11 January 2026, 12:22

RTL streicht 600 Jobs und beendet Kultformate wie Gala – das ändert sich jetzt

Eine Konferenzszene mit Sitzplätzen, die einer Bühne zugewandt sind, auf der eine Diskussion zwischen Medienvertretern und Eigentümern stattfindet, mit einem großen Plakat und einer Wand im Hintergrund.

Annika Lau sagt emotionalen Abschied - RTL streicht 600 Jobs und beendet Kultformate wie Gala – das ändert sich jetzt

RTL Deutschland überarbeitet Fernsehprogramm: Absage für langjährige Formate, 600 Stellen gestrichen

Wegen sinkender Werbeeinnahmen und sich wandelnder Sehgewohnheiten überarbeitet RTL Deutschland sein Fernsehprogramm grundlegend. Dazu gehören die Einstellung bewährter Formate wie Gala und Prominent sowie die Ausweitung anderer Sendungen. Zudem plant der Sender im Rahmen einer umfassenden Sparstrategie den Abbau von rund 600 Arbeitsplätzen.

Am Samstagabend ging die letzte Ausgabe von Gala auf Sendung – und beendete damit eine dreieinhalbjährige Laufzeit. Moderator:innen und Team verabschiedeten sich emotional vom wöchentlichen "Wohlfühl-Stunden"-Format der Show.

Annika Lau moderierte die finale Ausgabe von Gala und bedankte sich bei dem Team für die gemeinsame Arbeit. Ihre Kollegin Janin Ullmann postete später auf Instagram, sie habe eine "wunderbarste Zeit" erlebt, und teilte einen Screenshot der letzten Sendung.

Die Umstrukturierung betrifft jedoch nicht nur Gala: RTL stellt auch das Kurzformat #VOXStimme ein, während Exclusiv ab dem 17. Januar täglich zu sehen sein wird. Im Primetime-Bereich setzt der Sender künftig stärker auf investigativen Journalismus – mit Formaten wie Team Wallraff, Stern Investigativ und Extra. Auch das Morgenprogramm wird neu aufgestellt: Ein gemeinsames Format mit ntv läuft künftig werktags von 6 bis 9 Uhr und ersetzt die bisherigen Sendungen Punkt 6, Punkt 7 und Punkt 8.

Hinter den Änderungen steht RTLs Strategie, digital effizienter zu werden und den Streaming-Bereich auszubauen. Seit 2019 sind die Werbeeinnahmen im linearen Fernsehen um über 20 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig will der Sender mithilfe von Künstlicher Intelligenz die journalistische Qualität steigern – bei gleichzeitiger Kostensenkung. Die Streichung von rund 600 Stellen unterstreicht den tiefgreifenden Wandel in RTLs Geschäftsmodell und Inhaltestrategie.

Das Aus für Gala und andere Formate markiert das Ende einer Ära für RTLs klassisches Fernsehprogramm. Der neue Sendeplan mit mehr investigativen Formaten und einem überarbeiteten Morgenblock tritt Mitte Januar in Kraft. Die Stellenstreichungen und die Fokussierung auf digitale Plattformen spiegeln indes die größeren Herausforderungen wider, vor denen die Medienbranche steht.