07 February 2026, 06:23

Sachsens Karneval feiert Comeback mit Prinzessinnenpaar und Manuel-Neuer-Motto

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Umzugs in Berlin, Deutschland, mit Menschen auf dem Boden und auf Pferden, einer Statue auf einem Sockel, Straßenlaternen, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern und einem bewölkten Himmel, mit Text am unteren Rand des Bildes.

Sachsens Faschingsfans starten optimistisch in den Straßenfasching - Sachsens Karneval feiert Comeback mit Prinzessinnenpaar und Manuel-Neuer-Motto

Karnevalsfeiern in Sachsen erleben in diesem Jahr ein vorsichtiges Comeback

Nach einem deutlichen Rückgang der Besucherzahlen in den vergangenen fünf Jahren kehrt der Karneval in Sachsen langsam zurück. Während früher noch rund 250.000 Jecken in Städte wie Dresden strömten, sank die Zahl auf unter 50.000. Doch nun blicken die Veranstalter optimistischer in die Zukunft: Mit einem frischen Programm, besserem Wetter und neuer Energie soll die Session in der gesamten Region wieder an Fahrt aufnehmen.

Das Herzstück des sächsischen Karnevals schlägt am 15. Februar in Radeburg, wo der größte Umzug des Bundeslandes stattfindet. Unter dem Motto 'Manuel Neuer Irrenhaus – wild und wunderbar verrückt' verspricht die Veranstaltung bunte Wagen, aufwendige Kostüme und einen bewussten Fokus auf Spaß statt Politik. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, Kinder und Schüler unter 14 Jahren haben freien Eintritt.

Ein Novum gibt es in diesem Jahr: Sachsen krönt erstmals ein Karnevalsprinzenpaar. Désirée I. und Simon I., beide vom Pegauer Karnevalsclub, werden die Feierlichkeiten anführen und stehen symbolisch für einen Neuanfang der Tradition. Jörg Weiser, Präsident des Verbands Sächsischer Karnevalsvereine, spricht von einer spürbaren Erleichterung unter den 186 Mitgliedsclubs mit ihren 22.000 Aktiven. Nach Jahren schrumpfender Besucherzahlen und wachsender Spannungen um politische Satire setzen die Organisatoren bewusst auf unumstrittene Themen.

Der Kontrast zu den deutschen Karnevalshochburgen bleibt jedoch groß: Während Sachsen um Aufschwung ringt, ziehen Städte wie Köln, Düsseldorf und Mainz weiterhin zwischen 400.000 und 1,5 Millionen Besucher jährlich an. Dort ist der politische Humor oft breiter und weniger polarisierend angelegt – ein Faktor, der für stabile Teilnehmerzahlen sorgt.

Bis zu 25.000 Gäste werden in Radeburg erwartet, sofern das Wetter trocken und sonnig bleibt. Der Erfolg des Umzugs könnte ein Wendepunkt für die sächsische Karnevalskultur sein, die jahrelang mit Rückgängen zu kämpfen hatte. Mit unterhaltsamen Programmen und neuer Führung will man die Tradition im Freistaat wiederbeleben.