29 January 2026, 22:30

Solingens Kerstinghaus: Bürger fordern Mitsprache bei der Zukunft des Leerstands

Ein detailliertes architektonisches Zeichnung eines Kuppelbaus, Teil der ursprünglichen Planung für eine neue Kirche in Berlin, mit begleitendem Text und Gestaltungselementen.

Solingens Kerstinghaus: Bürger fordern Mitsprache bei der Zukunft des Leerstands

Solingens Kerstinghaus steht seit Sommer 2025 leer – nun wächst der Ruf nach einem neuen Ansatz für seine Zukunft. Das Bündnis Bürger für Solingen (BfS) setzt sich dafür ein, die Bevölkerung umfassend in die Entscheidung einzubinden, wie das Gebäude künftig genutzt werden soll. Die Fraktionsvorsitzenden argumentieren, dass ein gemeinschaftlicher Prozess dem Stadtzentrum nachhaltigen Nutzen bringen könnte.

Das Kerstinghaus liegt zentral am Graf-Wilhelm-Platz und ist damit ein Schlüsselfaktor für die städtische Entwicklung Solingens. Daniela Winter, Fraktionschefin der BfS und Stadträtin, betont, dass Anwohner:innen, Unternehmen, Jugendliche und lokale Initiativen gleichermaßen ein Mitspracherecht bei der Neuausrichtung des Hauses haben müssten. Nur so ließe sich Akzeptanz schaffen und teuren Fehlentscheidungen vorbeugen.

Jan Michael Lange, ebenfalls führendes BfS-Mitglied, warnt, dass die ungenutzte Immobilie Ressourcen bindet. Er plädiert für zügiges, aber durchdachtes Handeln – etwa durch strukturierte Bürgerbeteiligung in Form von Workshops, digitalen Plattformen oder einem Ideenlabor. Das Bündnis stellt klar: Die Entscheidung dürfe nicht allein Verwaltung oder Parteien überlassen bleiben.

Zwar wurde bereits ein Jugendcafé ins Spiel gebracht, doch die BfS fordert, alle Optionen in einem breiten Dialog zu prüfen. Winter unterstreicht, dass ein tragfähiges Konzept entstehen müsse, das den Bedürfnissen der Gemeinschaft entspricht – statt einer überstürzten oder einseitigen Lösung.

Die BfS ruft die Kommunalpolitik und die Stadtverwaltung auf, gemeinsam mit den Bürger:innen die Zukunft des Kerstinghauses zu gestalten. Ein transparenter, partizipativer Prozess gilt nun als entscheidend, um eine tragfähige und breit unterstützte Nutzung des Gebäudes zu sichern. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie die Stadt auf diese Vorschläge reagiert.