Solingens Kirchengebäude in der Krise: Bürger kämpfen gegen drohende Schließungen bis 2035
Ariane HolzapfelSolingens Kirchengebäude in der Krise: Bürger kämpfen gegen drohende Schließungen bis 2035
Heiße Debatte in Solingen: Zukunft der evangelischen Kirchengebäude auf dem Spiel
Am 11. Februar fand in Solingen eine emotional aufgeladene Bürgerversammlung statt, um über die Zukunft der evangelischen Kirchengebäude der Stadt zu diskutieren. Rund 350 Menschen versammelten sich im Bürgerhaus, darunter Vertreter aller zehn Gemeinden, da die Pläne, bis 2035 die Hälfte der Immobilien zu veräußern, zunehmend auf Besorgnis stoßen.
Der Evangelische Kirchenkreis schlägt vor, seinen Gebäudebestand angesichts sinkender Mitgliederzahlen und steigender Kosten zu verringern. Aktuell unterhält die Kirche 13 aktive Gotteshäuser sowie neun Gemeindezentren und Pfarrheime. Doch Prognosen zufolge wird die Zahl der Mitglieder bis 2040 von derzeit 35.000 auf 16.500 sinken – eine Entwicklung, die die Erhaltung aller Gebäude erschwert.
Bisher wurden noch keine endgültigen Schließungen beschlossen, doch die kleineren Gemeinden Widdert, Rupelrath, Merscheid und Ketzberg sind am stärksten gefährdet. Größere Gemeinden wie Ohligs, Wald, Mitte und Dorp sind vorerst nicht unmittelbar betroffen. Die Synode strebt an, bis Ende 2027 im Rahmen der Bestrebungen, klimaneutral zu werden, verbindliche Entscheidungen zu treffen.
Die Stimmung während der Versammlung war aufgeheizt: Viele Anwesende forderten die Verantwortlichen auf, die örtlichen Kirchen zu erhalten. Zahlreiche Teilnehmer sprachen sich gegen Schließungen aus und verwiesen auf den historischen und gemeindlichen Wert der Gebäude.
Eine endgültige Entscheidung, welche Immobilien verkauft werden, soll bis spät 2027 fallen. Der Kirchenkreis betont, dass der Prozess schrittweise erfolgen werde und zunächst keine Schließungen geplant seien. Die Weichenstellungen werden die evangelische Gemeinschaft in Solingen für die kommenden Jahrzehnte prägen.