Solinger Grünen kämpfen um den Schutz des Schrodtbergs vor Industrieansiedlungen
Olav RuppertSolinger Grünen kämpfen um den Schutz des Schrodtbergs vor Industrieansiedlungen
Die Solinger Grünen wehren sich gegen Pläne, den Schrodtberg in ein Industriegebiet umzuwandeln. Ihrer Ansicht nach kommt dem Gebiet eine entscheidende ökologische Bedeutung zu und es müsse stattdessen geschützt werden. Der Streit dreht sich um die Frage, wie in der Stadtplanung wirtschaftliche Entwicklung und Naturschutz in Einklang gebracht werden können.
Der Schrodtberg, Teil des Solinger Grünzugs, fungiert als wichtiger Lebensraum für die heimische Tierwelt. Die Bezirksvertreterin der Grünen, Helga Bisier, warnte, dass eine Umwandlung in ein Industriegebiet diese Funktion zerstören würde. Im früheren "Masterplan Arbeit und Wirtschaft" der Partei war den Anwohnern noch zugesichert worden, dass lediglich das ehemalige Sportfeld im Schrodtberg gewerblich genutzt werden solle.
Die Grünen fordern nun, das gesamte Gebiet Stöcken/Schrodtberg als Geschützte Landschaft auszuweisen. Ähnliche Schutzstatus sollen auch für den Piepersberg West und Fürkeltrath II in Gräfrath gelten. Statt den Schrodtberg zu bebauen, schlagen sie vor, bestehende Gewerbegebiete wie etwa in der Nähe des Birkenweiher zu nutzen.
Der planungspolitische Sprecher Dietmar Gaida wies darauf hin, dass eine Erschließung des Schrodtbergs aufgrund des steilen Geländes teuer und aufwendig wäre. Zudem drohten Klagen von Anwohnern, die das Vorhaben weiter verzögern könnten. Die Grünen bestehen darauf, dass eine nachhaltige Flächennutzung Vorrang haben müsse, um das ökologische Gleichgewicht der Stadt zu wahren.
Der Widerstand der Grünen verdeutlicht die Spannung zwischen industrieller Expansion und Umweltschutz in Solingen. Sollten sich ihre Forderungen durchsetzen, könnten der Schrodtberg und andere Grünflächen stärkeren rechtlichen Schutz erhalten. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Gebiet als natürlicher Lebensraum erhalten bleibt – oder zur Gewerbezone wird.