Solinger Kirchenkreis plant radikale Gebäudereform wegen Mitgliederschwunds und Klimazielen
Olav RuppertSolinger Kirchenkreis plant radikale Gebäudereform wegen Mitgliederschwunds und Klimazielen
Kirchenkreis Solingen prüft Zukunft seiner Gebäude angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen und knapper Kassen
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen überarbeitet die Nutzung seiner Immobilien vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfender Haushaltsmittel. Eine Arbeitsgruppe hat nun ein langfristiges Konzept vorgelegt, das die Gebäude in drei Kategorien einteilt: solche, die erhalten bleiben, solche, die weiter geprüft werden müssen, und solche, die langfristig nicht mehr tragbar sind. Die Pläne entstehen in einer Phase, in der die Kirche bis 2035 klimaneutral wirtschaften will, gleichzeitig aber mit einem voraussichtlichen Rückgang der Finanzmittel um 50 Prozent bis Mitte der 2030er-Jahre konfrontiert ist.
Auf einer außerordentlichen Synode am 14. März 2026 soll die neue Gebäudestrategie beraten werden – ob dann bereits abschließende Beschlüsse gefasst werden, ist jedoch noch unklar. Die von Hartmut Hoferichter geleitete Arbeitsgruppe hat Vorschläge erarbeitet, um die Nachhaltigkeit der Kirchenarbeit angesichts rückläufiger finanzieller Mittel und Personalzahlen zu sichern. Superintendentin Ilka Werner betonte die Transparenz des Prozesses und dankte dem Team für die vorbereitende Arbeit.
Drei Kategorien: Erhalt, Prüfung oder Aufgabe Der vorläufige Plan sieht vor, sieben Standorte über das Jahr 2035 hinaus langfristig zu erhalten: die Ohligser Protestantische Stadtkirche, die Walder Kirche, die Dorper Kirche, die Gräfrather Evangelische Kirche, das Gemeindezentrum Höhscheid, das Gemeindezentrum Wittenbergstraße sowie das Gemeindezentrum Schützenstraße/Ritterstraße. Fünf weitere Einrichtungen gelten mittelfristig als nicht mehr tragbar: die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche.
Andere Standorte – darunter die Christuskirche, das Gemeindezentrum Rupelrath, die Evangelische Kirche Mangenberg, das Pfarrhaus Corinthstraße und die Stadtkirche Mitte – bleiben vorerst in der Prüfphase. Stand Januar 2026 sind die Evangelische Kirche Auf dem Damm und ihr Gemeindezentrum in Solingen-Meiderich vollständig barrierefrei. Für die Lutherkirche (Kölner Straße 1a) liegt ein Gutachten zur Barrierefreiheit vor, konkrete Umbaumaßnahmen stehen jedoch noch aus. Zu weiteren, nicht aufgelisteten Kirchen gab es keine aktuellen Informationen.
Klimaneutralität bis 2035 – doch die Mittel werden knapper Die Evangelische Kirche im Rheinland hat sich verpflichtet, alle ihre Gebäude bis 2035 klimaneutral zu betreiben, was umfangreiche Sanierungsinvestitionen erfordert. Angesichts der erwarteten Halbierung von Mitgliedern und Finanzmitteln bis Mitte der 2030er-Jahre muss der Kirchenkreis jedoch Prioritäten setzen: Welche Immobilien werden erhalten, welche umgenutzt oder geschlossen?
Die Vorschläge markieren einen tiefgreifenden Wandel für den Solinger Kirchenkreis, der sich an finanzielle und demografische Herausforderungen anpassen muss. Die anstehenden Synodenberatungen werden entscheiden, welche Gebäude weitergenutzt, welche aufgegeben werden und wie das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden soll. Die endgültigen Beschlüsse werden die Zukunft von über einem Dutzend Kirchen und Gemeindezentren in der Region prägen.