SPD warnt vor "Zwei-Klassen-System" bei Kinderbetreuung in NRW
Die SPD in Nordrhein-Westfalen drängt auf dringende Verbesserungen bei der Finanzierung von Kinderbetreuung und Bildung. Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der Partei, kritisierte die aktuellen Pläne als unzureichend. Er warnt, dass ohne höhere Investitionen ein "Zwei-Klassen-System" in der frühkindlichen Förderung im Land entstehen könnte.
Maelzer betonte, dass die für die Bildung in NRW vorgesehenen 5 Milliarden Euro den tatsächlichen Bedarf nicht decken. Er verwies auf die Initiative "Gute Schule 2020" unter der ehemaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), die jährlich 500 Millionen Euro allein für Schulrenovierungen bereitstellte. Nun, so Maelzer, seien umfassendere Investitionen in Schulen, Kitas und Ganztagsangebote nötig.
Der SPD-Abgeordnete übt zudem Kritik am "Kernzeitenmodell" im Rahmen der Kibiz-Reform. Dieses berge die Gefahr, dass der Zugang zu hochwertiger Kinderbetreuung ungleich wird. Stattdessen schlug er vor, die Landesmittel nicht für die Verlängerung der Betreuungszeiten, sondern für die Ausbildung zusätzlicher Fachkräfte in der Frühpädagogik einzusetzen.
Maelzer forderte eine sofortige Erhöhung der Fördersätze für die praxisintegrierte Ausbildung, die seit fünf Jahren unverändert geblieben sind. Zudem plädierte er für eine große Nachwuchskampagne, um qualifizierte Fachkräfte für den Bereich zu gewinnen. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund, dass Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) 10 Milliarden Euro an Bundesinfrastrukturmitteln für NRW ankündigten – die Hälfte davon für den Bildungsbereich.
Das Bildungssystem des Landes bezeichnete Maelzer als "Dauerbaustelle" und betonte, dass langfristige Planung und höhere Finanzmittel unverzichtbar seien, um weitere Engpässe zu vermeiden.
Die Forderungen der SPD zielen darauf ab, bestehende Mittel umzuschichten und die Unterstützung für die Ausbildung von Frühpädagog:innen zu verstärken. Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, könnten sie die Qualität und den Zugang zur Kinderbetreuung in NRW grundlegend verändern. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die bisherigen finanziellen Zusagen des Landes ausreichen, um eine Spaltung der Betreuungsstandards zu verhindern.






