Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen: 3.250 Schließfächer der Sparkasse geplündert
Hans-Theo KuhlKriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen: 3.250 Schließfächer der Sparkasse geplündert
Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen entfacht Debatte über strengere Kontrollen für Schließfächer
Bei einem großangelegten Bankraub in Gelsenkirchen wurden über die Weihnachtsfeiertage fast alle 3.250 Kundenschließfächer der Sparkasse Gelsenkirchen geknackt. Die Tat hat die Forderungen nach schärferen Regulierungen für diese oft unkontrollierten Lagerstätten neu befeuert. Gleichzeitig drängt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) auf strengere Vorschriften, um die Geldwäsche über Schließfächer einzudämmen.
Der Einbruch in die Gelsenkirchener Filiale wurde erst am 29. Dezember 2025 entdeckt, nachdem ein Feueralarm die Behörden alarmiert hatte. Die Täter hatten ein großes Loch in den Tresorraum gebohrt und so Zugriff auf nahezu jedes Fach erlangt. Ermittler gehen davon aus, dass die Beute möglicherweise über mehrere Tage abtransportiert wurde – ein alarmierendes Zeichen für die Sicherheitslücken im System.
Oliver Huth, Landesvorsitzender des BDK in Nordrhein-Westfalen, warnt seit Langem vor den Risiken unregulierter Schließfächer. Sein Argument: Jeder könne dort Gegenstände – darunter auch große Bargeldsummen – ohne jede Kontrolle lagern. Zwar könnten einige Mieter Opfer von Straftaten sein, die etwa Familienerbstücke sichern wollen, doch Huth besteht darauf, dass es "keinen nachvollziehbaren Grund" gebe, Bargeld in einem Schließfach statt auf einem Konto aufzubewahren. Als Beispiel führt er den Fall einer Kindergärtnerin an, bei der 300.000 Euro in bar gefunden wurden – ein Indiz dafür, dass "schwarze Schafe" das System ausnutzen. Trotz der sechsten EU-Geldwäscherichtlinie bleiben Schließfächer bisher völlig ungeregelt. Zwar hat ein Anwalt, der betroffene Kunden vertritt, für viele Besitzer Nachweise über den legalen Besitz erbracht, doch Huth ist überzeugt: Das aktuelle System ermöglicht es der organisierten Kriminalität, unentdeckt Geld zu waschen.
Der Raub in Gelsenkirchen hat die Schwachstellen bei der Sicherung von Bankschließfächern schonungslos offenbart. Da es keine verpflichtenden Kontrollen gibt, befürchten die Behörden, dass diese Fächer weiterhin für illegale Machenschaften missbraucht werden. Der Vorstoß des BDK für eine Reform könnte künftig zu einer strengeren Überwachung führen.