Steuerfahnder jagen Influencer: 300 Millionen Euro im Visier der Behörden
Ariane HolzapfelSteuerfahnder jagen Influencer: 300 Millionen Euro im Visier der Behörden
Steuerbehörden in Deutschland verschärfen Kontrollen bei Social-Media-Influencern
In Nordrhein-Westfalen (NRW) stehen rund 7.000 Content-Creator:innen vor Steuerprüfungen, nachdem Datenanalysen auf mögliche Steuerhinterziehung in Höhe von etwa 300 Millionen Euro hindeuteten. Bundesweit werden derzeit 60.000 Datensätze von Influencern überprüft – bei einem geschätzten Umsatzvolumen von 1,4 Milliarden Euro für die Jahre 2024 bis 2025.
In NRW müssen Influencer ein Gewerbe anmelden, sobald sie mit der Absicht, Geld zu verdienen, Inhalte produzieren. Nach der Anmeldung haben sie einen Monat Zeit, einen steuerlichen Fragebogen auszufüllen. Allerdings führt die Gewerbeanmeldung nicht automatisch zur Zahlung von Gewerbesteuer – diese fällt erst an, wenn die jährlichen Einnahmen 24.500 Euro übersteigen.
Sämtliche Einnahmen – von Werbedeals über Merchandise-Verkäufe bis hin zu Provisionen durch Affiliate-Marketing – unterliegen der Steuerpflicht. Selbst kostenlose Produkte oder Dienstleistungen gelten als Einkommen, sofern sie einen Marktwert besitzen. Um die steuerliche Bemessungsgrundlage zu senken, können Creator:innen Betriebsausgaben absetzen – vorausgesetzt, sie führen Belege und detaillierte Finanzaufzeichnungen.
Die Steuererklärung muss bis zum 31. Juli des Folgejahres eingereicht werden, sofern kein Steuerberater eine Fristverlängerung erwirkt. Besonders im Fokus stehen dabei Influencer, deren Ausgaben auf eine gewinnorientierte Tätigkeit hindeuten. Auch Bayern hat die Ermittlungen ausgeweitet und unterstützt NRW bei der Bekämpfung möglicher Steuerbetrugsfälle in der Branche.
Die verschärften Kontrollen folgen auf jahrelange Datensammlung – nun handeln die Behörden auf Basis von Beweisen für nicht deklarierte Einnahmen. Wer gegen die Vorschriften verstößt, riskiert Strafen, Nachzahlungen und weitere rechtliche Konsequenzen.
Die Ermittlungen zeigen: Die Steuerbehörden setzen die Regeln für digitale Content-Creator:innen konsequenter durch als je zuvor. Bei einem Prüvolumen von 1,4 Milliarden Euro rechnen die Behörden mit erheblichen Steuernachzahlungen. Influencer müssen nun für volle Compliance sorgen – oder mit finanziellen und juristischen Folgen rechnen.






