Streit um Düsseldorfs neues Drogenhilfezentrum hinter dem Hauptbahnhof
Ariane HolzapfelStreit um Düsseldorfs neues Drogenhilfezentrum hinter dem Hauptbahnhof
Düsseldorf bereitet die Eröffnung eines neuen Drogenhilfezentrums im Stadtteil Oberbilk für Anfang 2026 vor. Die Einrichtung, die sich an ähnlichen Projekten in Zürich orientiert, wird in einem ehemaligen Wohngebäude an der Eisenstraße untergebracht – direkt hinter dem Hauptbahnhof. Während lokale Drogenhilfeorganisationen den Plan unterstützen, gibt es von Anwohnern und nahegelegenen Schulen massiven Widerstand gegen den Standort.
Das Zentrum ist Teil der städtischen Initiative Sicherheit im Bahnhofsumfeld (SiBu), die den Drogenkonsum aus dem öffentlichen Raum rund um den Hauptbahnhof verlagern soll. Die Behörden versprechen vor Ort Sicherheitspersonal, Sozialarbeiter und medizinisches Fachpersonal; zudem sind bauliche Maßnahmen geplant, um Einblicke von außen zu verhindern. Ordnungsdienste und Polizei werden das Gebiet zusätzlich überwachen, um Dealerei, Störungen und offenen Drogenkonsum zu unterbinden.
Lokale Drogenhilfeeinrichtungen betonen, dass eine zentrale Lage entscheidend für den Erfolg der Einrichtung sei. Zwei benachbarte Schulen hingegen bezeichnen die Standortwahl als "völlig inakzeptabel" und warnen davor, dass Kinder mit hartem Drogenkonsum konfrontiert werden könnten. Viele Anwohner und Eltern teilen diese Bedenken und fürchten negative Auswirkungen auf das Viertel.
Bei einer jüngsten Bürgerveranstaltung wuchs die Verärgerung, da viele Fragen zur Betriebsweise des Zentrums und zu den geplanten Schutzmaßnahmen unbeantwortet blieben. Trotz der Kritik hält die Stadt an dem Vorhaben fest und argumentiert, dass die Einrichtung durch Beratung und Unterstützung die Sicherheit erhöhen werde.
In Deutschland gibt es bereits drei vergleichbare Zentren in Hannover, Dortmund und Bielefeld; weitere sind in Frankfurt, München und Berlin geplant. Düsseldorfs Version folgt demselben Modell, stößt jedoch auf besonders starken Widerstand wegen der Nähe zu Wohngebieten und Schulen.
Trotz des Widerstands soll das Drogenhilfezentrum wie geplant umgesetzt werden. Die Stadt betont dessen Rolle bei der Reduzierung des öffentlichen Drogenkonsums am Hauptbahnhof, während Schulen und Anwohner weiterhin nach Alternativstandorten suchen. Die Eröffnung wird Düsseldorfs ersten Schritt in Richtung eines Modells markieren, das in anderen deutschen Städten bereits etabliert ist.