Streit um geplante Flüchtlingsunterkunft: Ratingen gibt Ankündigung zu spät bekannt
Horst FischerStreit um geplante Flüchtlingsunterkunft: Ratingen gibt Ankündigung zu spät bekannt
Geplante Flüchtlingsunterkunft in Ratingen sorgt für Streit unter Anwohnern
Die Stadt Ratingen hat die Wiedereröffnung einer Flüchtlingsunterkunft erst zehn Tage vor einer Informationsveranstaltung bekannt gegeben – für viele Bürger kam die Ankündigung zu kurzfristig und löst Besorgnis aus. In der Einrichtung sollen 60 alleinstehende Männer untergebracht werden, überwiegend syrische und afghanische Flüchtlinge im Alter zwischen 20 und 63 Jahren.
Die Unterkunft in Ratingen-West soll die bestehende Wohnraumnot für anerkannten Flüchtlingen entlasten. Jeder Bewohner erhält ein eigenes Zimmer, etwa die Hälfte der Männer ist bereits berufstätig, weitere 30 Prozent nehmen an Integrationsprogrammen teil. Das Viertel gilt als sozialer Brennpunkt mit hohem Migrationsanteil.
Die spät erfolgte Bekanntgabe der Stadt führte zu einem großen Andrang bei der Informationsveranstaltung. Viele Anwohner äußerten Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Frauen sowie möglicher Risiken durch unerkannte psychische Erkrankungen unter den Geflüchteten. Auch die rechtspopulistische AfD rief die Bevölkerung zur Teilnahme auf.
Die Containerunterkunft ist für Flüchtlinge mit anerkanntem Status gedacht und soll strukturierte Wohnverhältnisse bieten. Trotz der Kritik wird die Einrichtung wie geplant umgesetzt – alle Bewohner erhalten Einzelzimmer. Weitere öffentliche Anhörungen zu dem Thema hat die Stadt bisher nicht angekündigt.