Tafeln in NRW kämpfen ums Überleben – Räumungsdrohungen gefährden tausende Bedürftige
Hans-Theo KuhlTafeln in NRW kämpfen ums Überleben – Räumungsdrohungen gefährden tausende Bedürftige
Tafeln in Nordrhein-Westfalen stehen unter wachsendem Druck – Schlüsselstandorte verlieren ihre Räumlichkeiten
In Nordrhein-Westfalen geraten immer mehr Tafeln unter Druck, weil wichtige Standorte ihre Räumlichkeiten verlieren. In Düsseldorf musste eine Tafel bereits schließen, nachdem sie ihre Fläche verloren hatte, während eine weitere in Bonn kurz vor der Räumung steht. Die Krise zwingt Ehrenamtliche und Organisatoren, nach Lösungen zu suchen, um die lebenswichtigen Angebote aufrechtzuerhalten.
Besonders bedroht ist die Tafel in Moers, ein zentraler Knotenpunkt für 14 kleinere Zweigstellen. Der Mietvertrag ist ausgelaufen, und der Vermieter möchte die Räume für den privaten Gebrauch zurück. Ohne einen neuen Standort könnte die Einrichtung, die rund 2.000 Menschen unterstützt, komplett schließen. Raffaele Corda, der seit 14 Jahren dort ehrenamtlich tätig ist, erwägt seinen Rücktritt, falls keine Alternative gefunden wird.
In der gesamten Region versorgen Tafeln bis zu 400.000 Bedürftige. Doch mit über 170 lokalen Zweigstellen und 500 Ausgabestellen führt bereits der Verlust eines einzigen Standorts zu erheblichen Störungen. Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl warnt, dass die Abhängigkeit von Spenden – ohne gesicherte staatliche Unterstützung – gefährdete Menschen in eine prekäre Lage bringt.
Die finanzielle Belastung der Bevölkerung ist offenkundig: Eine alleinstehende Person in Nordrhein-Westfalen erhält lediglich 563 Euro Bürgergeld im Monat – kaum genug, um die Grundbedürfnisse zu decken. Für viele sind die Tafeln die letzte Rettung, um nicht zu hungern.
Die Schließung der Tafel in Düsseldorf und die drohenden Verluste weiterer Standorte in Bonn und Moers werden tausenden Menschen die dringend benötigte Hilfe entziehen. Ohne stabile Räumlichkeiten könnten Ehrenamtliche wie Corda die Arbeit einstellen, was das Netzwerk weiter schwächen würde. Die Situation zeigt die wachsende Kluft zwischen staatlicher Unterstützung und dem steigenden Bedarf an Notfall-Lebensmittelhilfe.






