Telemedizin-Plattform Mona TeleICU verbindet Intensivstationen in drei europäischen Ländern
Horst FischerTelemedizin-Plattform Mona TeleICU verbindet Intensivstationen in drei europäischen Ländern
Eine neue Telemedizin-Plattform revolutioniert die Intensivmedizin in Europa
Mona TeleICU, entwickelt vom Unternehmen Clinomic, verbindet nun Krankenhäuser in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Die Plattform fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, indem sie kritische Patientendaten für medizinische Teams leichter zugänglich macht.
Clinomic, 2019 gegründet, schuf Mona TeleICU, um die telemedizinische Intensivversorgung durch besseren Datenaustausch zu verbessern. Die Plattform überträgt Echtzeit-Audio, -Video und -Krankenakten von vernetzten Geräten und gibt Ärztinnen und Ärzten so einen umfassenden Überblick über den Zustand der Patientinnen und Patienten – unabhängig von deren Standort. Zudem ist sie mit dem Mona-PDMS-System kompatibel und entspricht dem HL7-FHIR-Standard, was eine reibungslose Kommunikation mit anderen klinischen Tools ermöglicht.
Deutschland führte die Plattform 2024 als erstes Land ein und nutzt sie seither in mehreren Krankenhausnetzwerken für schnelle Konsultationen und die Zusammenarbeit zwischen Fachärzten. Österreich folgte Anfang 2025, die Niederlande stießen bis Ende 2025 dazu. Alle drei Länder setzen das System mittlerweile ein, um telemedizinische Versorgung und interdisziplinäre Fallbesprechungen zu unterstützen.
Sicherheit hat höchste Priorität: Mona TeleICU nutzt Ende-zu-Ende-verschlüsselte Peer-to-Peer-Verbindungen und ist als Medizinprodukt der Klasse IIa zertifiziert. Die Clinomic Cloud, in der private Spracherkennungsmodelle betrieben werden, ist zudem nach dem C5-Standard des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert – das garantiert strengen Datenschutz für sensible Patientendaten.
Künstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle in den Funktionen der Plattform: Sie unterstützt bei Spracherkennung, automatischer Dokumentation und klinischen Entscheidungsprozessen. Die Technologie entlastet das medizinische Personal von administrativen Aufgaben, sodass sich Ärztinnen und Ärzte stärker auf die Patientinnen und Patienten konzentrieren können.
Über die direkte Behandlung hinaus ist Clinomic am europäischen Projekt ICUdata4Europe im Rahmen des European Health Data Space (EHDS) beteiligt. Die Initiative zielt darauf ab, Sekundärdaten aus der Intensivmedizin grenzüberschreitend für Forschung und Innovation nutzbar zu machen. An der Spitze des Unternehmens stehen Dr. Arne Peine, der technologische Leiter (CTO), und Dr. Lukas Martin, der Geschäftsführer (CEO) – beide praktizierende Intensivmediziner.
Die Einführung von Mona TeleICU markiert einen Wandel in der europaweiten Intensivversorgung. Mit drei Ländern, die die Plattform bereits nutzen, können medizinische Teams einfacher zusammenarbeiten und schneller auf Notfälle reagieren. Die Sicherheitszertifizierungen und KI-gestützten Tools des Systems sorgen zudem dafür, dass Patientendaten geschützt bleiben und gleichzeitig die Effizienz der Behandlung steigt.






