Theaterstück über Walter-Lübcke-Mord zeigt die tödliche Gefahr des Rechtsextremismus
Ariane HolzapfelTheaterstück über Walter-Lübcke-Mord zeigt die tödliche Gefahr des Rechtsextremismus
Neue Theaterproduktion untersucht den Mord an Walter Lübcke – und die Gefahr des Rechtsextremismus
Ein neues Theaterstück setzt sich mit der Ermordung von Walter Lübcke auseinander, des Regierungspräsidenten von Kassel, der 2019 vor seinem Haus erschossen wurde. Das Westfälische Landestheater hat die Produktion entwickelt, um den Aufstieg des Rechtsextremismus in Deutschland und dessen Bedrohung für die Demokratie zu thematisieren. Das Stück wird von Lübckes Familie unterstützt und von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen gefördert.
Am 14. Oktober 2015 hielt Walter Lübcke eine Rede bei einer öffentlichen Veranstaltung in Lohfelden, in der er sich für demokratische Werte und den Rechtsstaat einsetzte. Rechtsextreme Teilnehmer versuchten, die Veranstaltung zu stören, provozierten Lübcke und lösten damit eine Welle von Hasskommentaren im Internet aus. Unter den Anwesenden befand sich auch Stephan Ernst, ein Mann, der den Behörden seit den 1990er-Jahren wegen seiner extremistischen Einstellung bekannt war.
Zwischen 2015 und 2019 radikalisierte sich Ernst zunehmend. Vier Jahre nach dem Vorfall in Lohfelden erschoss er Lübcke auf der Terrasse seines eigenen Hauses. Der Mord erschütterte Deutschland und machte die Gefahren deutlich, denen Politiker ausgesetzt sind, die mit Todesdrohungen und Hetze konfrontiert werden. Die Inszenierung des Westfälischen Landestheaters greift diese Ereignisse auf, um zu zeigen, wie rechtsextreme Bewegungen in den vergangenen Jahren an Einfluss gewonnen haben. Gleichzeitig wird die persönliche Bedrohung für all jene hervorgehoben, die sich gegen Extremismus stellen.
Die Produktion entsteht in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft.de e.V. Dortmund. Die Ticketpreise liegen zwischen 15 und 26 Euro, Ermäßigungen gibt es für Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Bundesfreiwilligendienstleistende.
Das Stück dient als eindringliche Mahnung vor der Gewalt, die mit dem Rechtsextremismus in Deutschland verbunden ist. Indem es sich auf den Mord an Lübcke konzentriert, lenkt es den Blick auf die anhaltenden Bedrohungen, denen sich Persönlichkeiten ausgesetzt sehen, die sich für die Demokratie engagieren. Tickets sind ab sofort erhältlich – unterstützt von Bildungsinitiativen und der Familie des Opfers.