Thyssenkrupp-Belegschaft fordert Verzicht auf Dividende für Arbeitsplatzsicherheit
Horst FischerThyssenkrupp-Mitarbeiter fordern Dividendenverzicht - Thyssenkrupp-Belegschaft fordert Verzicht auf Dividende für Arbeitsplatzsicherheit
Beschäftigte von Thyssenkrupp und dem Joint Venture HKM fordern Aktionäre auf, bei der anstehenden Hauptversammlung Dividendenzahlungen abzulehnen. Die von der Gewerkschaft IG Metall unterstützte Protestaktion verlangt, dass das Unternehmen statt der Ausschüttung von 93 Millionen Euro an Dividenden die Arbeitsplatzsicherheit und soziale Verantwortung in den Vordergrund stellt.
Im Mittelpunkt des Streits steht ein vorgeschlagener Dividendenbetrag von 15 Cent pro Aktie, der das Unternehmen 93 Millionen Euro kosten würde. Die Belegschaft argumentiert, dass diese Mittel stattdessen in den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Unterstützung der Mitarbeiter während der Umstrukturierung fließen sollten. Die IG Metall wirft Thyssenkrupp vor, Gewinne über das Wohl der Belegschaft zu stellen.
Auch die Beschäftigten von HKM, einem Joint Venture mit ungewisser Zukunft, haben sich dem Protest angeschlossen. Seit Monaten ziehen sich die Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag ohne Ergebnis hin. Die Arbeiter fordern Garantien, dass mögliche Stellenstreichungen fair und mit angemessenen Abfindungen erfolgen.
Die für den 30. Januar 2026 in Bochum geplante Hauptversammlung ist zum Brennpunkt der Auseinandersetzung geworden. IG Metall und Thyssenkrupp-Mitarbeiter appellieren an die Aktionäre, auf Dividenden zu verzichten und stattdessen in die langfristige Stabilität des Unternehmens zu investieren.
Der Protest unterstreicht die Spannungen zwischen der finanziellen Strategie Thyssenkrupps und den Forderungen der Belegschaft nach Sicherheit. Da die Verhandlungen über eine soziale Vereinbarung weiterhin feststecken, bestehen die Beschäftigten darauf, dass der Schutz von Arbeitsplätzen Vorrang vor Ausschüttungen an Aktionäre haben muss. Das Ergebnis der Hauptversammlung wird zeigen, ob das Unternehmen seinen Fokus künftig stärker auf die Stabilität der Belegschaft lenkt.