Thyssenkrupp-Mitarbeiter protestieren gegen geplante Millionen-Dividende vor Hauptversammlung
Horst FischerThyssenkrupp-Mitarbeiter fordern Dividendenverzicht - Thyssenkrupp-Mitarbeiter protestieren gegen geplante Millionen-Dividende vor Hauptversammlung
Vor der Hauptversammlung von Thyssenkrupp haben Mitarbeiter des Konzerns Proteste organisiert. Die Belegschaft fordert die Aktionäre auf, eine geplante Ausschüttung von 93 Millionen Euro an Dividenden abzulehnen. Die Gewerkschaft IG Metall kritisiert diesen Schritt als finanziell leichtsinnig und schädlich für die Motivation der Beschäftigten.
Im Mittelpunkt des Streits steht eine vorgesehene Dividende von 15 Cent pro Aktie, durch die Anleger insgesamt 93 Millionen Euro erhalten würden. Die Mitarbeiter, unterstützt von der IG Metall, argumentieren, dass das Unternehmen die Arbeitsplatzsicherheit Vorrang vor Aktionärsrenditen einräumen sollte. Rund 3.000 Beschäftigte bei HKM – einem Joint Venture mit Thyssenkrupp Steel – blicken angesichts drohender Stellenstreichungen einer ungewissen Zukunft entgegen.
Verhandlungen über einen Sozialplan ziehen sich bereits seit Monaten hin. Die IG Metall hat Vorschläge unterbreitet, wie Entlassungen sozialverträglich gestaltet werden könnten, und wirft dem Konzern vor, zu wenig Rücksicht auf die Belegschaft zu nehmen. Die Protestierenden fordern die Aktionäre nun auf, ganz auf Dividenden zu verzichten. Eine Gewinnausschüttung würde in dieser Phase der Unsicherheit das falsche Signal senden, warnen sie.
Der Konflikt offenbart die tiefen Spannungen zwischen der Unternehmensführung von Thyssenkrupp und der Belegschaft. Da keine Einigung in Sicht ist, kämpfen die Mitarbeiter weiter für einen fairen Sozialplan. Das Ergebnis der Hauptversammlung könnte entscheiden, ob der Dividendenvorschlag vorankommt oder zugunsten von Arbeitnehmerschutzmaßnahmen fallen gelassen wird.