01 February 2026, 12:13

Thyssenkrupp zwischen Rekordauftragslage und Stahlkrise: Dividendenstreit eskaliert

Eine Liniengrafik, die Unternehmensgewinne vor und nach Steuern zeigt, mit begleitendem Text.

Thyssenkrupp zwischen Rekordauftragslage und Stahlkrise: Dividendenstreit eskaliert

Thyssenkrupp hat in den letzten Monaten sowohl Marktgewinne als auch interne Unruhen erlebt. Während die Aktie des Konzerns deutlich gestiegen ist, protestierten Mitarbeiter gegen die Ausschüttung von Dividenden. Gleichzeitig laufen die Umstrukturierungsbemühungen weiter, da im Stahlbereich Verluste drohen.

Die U-Boot-Sparte TKMS ging im Herbst 2025 mit einem starken Start an die Börse. Seitdem ist der Aktienkurs um etwa 20 Prozent über den Ausgabepreis geklettert. Am 22. Dezember 2025 wurde TKMS in den MDAX aufgenommen, was die langfristige Nachfrage durch Indexfonds sichert.

Auf der Hauptversammlung hielt Thyssenkrupp an seinem Umstrukturierungsplan im Rahmen der Strategie "ACES 2030" fest. Die Aktionäre billigten eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2024/2025, was insgesamt rund 93 Millionen Euro entspricht. Hunderte Mitarbeiter, unterstützt von der IG Metall, demonstrierten gegen die Auszahlung und bezeichneten sie als Gefahr für den Kerngeschäftsbetrieb des Unternehmens.

Die Stahlsparte bleibt ein zentrales Problem. Thyssenkrupp plant, die Produktionskapazität auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen ausgelieferten Stahls zu reduzieren. Die Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe dauern noch an. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 erwartet der Konzern einen Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro, vor allem aufgrund von Umstrukturierungskosten im Stahlbereich.

Trotz dieser Herausforderungen verfügt Thyssenkrupp über einen Rekordauftragsbestand von etwa 18,2 Milliarden Euro. Die Aktie schloss am Freitag bei 11,29 Euro und verzeichnete damit einen Anstieg von 21,74 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der Quartalsbericht für das erste Quartal 2025/2026 wird am 12. Februar 2026 veröffentlicht.

Die Aktienperformance von Thyssenkrupp bleibt zwar stark, doch die Stahlsparte belastet weiterhin die Finanzen des Konzerns. Der nächste Finanzbericht wird weitere Klarheit über den Fortschritt der Umstrukturierung bringen. Die Streitigkeiten um die Dividende und die laufenden Verkaufsverhandlungen erhöhen die Unsicherheit für die kommende Zeit.