Till Lindemann trifft Fans in Berlin – trotz Kontroversen und Protestdrohungen
Ariane HolzapfelTill Lindemann trifft Fans in Berlin – trotz Kontroversen und Protestdrohungen
Eine lange Schlange zog sich durch Berlins Stadtteil Wilhelmsruh, als Fans sich zu einem Meet-and-Greet mit Till Lindemann und Joey Kelly versammelten. Die beiden trafen ein, um Exemplare ihres neuen Fotobands zu signieren, und lockten damit Unterstützer an, die teilweise stundenlang gewartet hatten – manche sogar zwei Tage lang vor Ort campiert hatten. Trotz der vorherigen Kontroversen fand die Veranstaltung statt, ohne dass es Anzeichen für die angekündigten Proteste gegeben hätte.
Die Signierstunde sollte ursprünglich im Astra Kulturhaus, einem linksgerichteten Veranstaltungsort, stattfinden. Doch nach massiver Online-Kritik und Boykottaufrufen sahen sich die Organisatoren gezwungen, den Termin in den Rammstein-Shop zu verlegen. Aktivisten hatten Lindemann Machtmissbrauch und sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen und zu Demonstrationen gegen die Veranstaltung aufgerufen.
Die Staatsanwaltschaft hatte die Vorwürfe gegen Lindemann zuvor geprüft, das Verfahren jedoch eingestellt, sodass es zu keiner Anklage kam. Viele Fans bei der Veranstaltung wischten die Anschuldigungen beiseite – einige betonten, es sei "nichts bewiesen" worden und die beteiligten Frauen seien "erwachsen" gewesen. Andere, wie die Mutter der kleinen Emma, räumten zwar Bedenken ein, insbesondere wegen der für jüngere Zielgruppen ungeeigneten Inhalte des Buches.
Als die Veranstaltung auf dem Gelände der ehemaligen Walzwerkshalle begann, hatten sich die Proteste weitgehend verlegt. Die Fans verließen mit signierter Ware den Ort und zeigten sich begeistert, die beiden Künstler persönlich getroffen zu haben.
Das Meet-and-Greet verlief schließlich ohne größere Störungen – trotz der vorherigen Debatten. Die geduldigen Fans, von denen einige tagelang gewartet hatten, gingen mit signierten Büchern und Devotionalien nach Hause. Die Verlegung der Veranstaltung und das Ausbleiben sichtbarer Proteste setzten einem umstrittenen Vorlauf ein Ende.






