14 January 2026, 18:47

Totensonntag in Deutschland: Warum der VfL Bochum auf seine Hymne verzichtete

Eine Gruppe von Menschen mit Masken hält ein Banner mit der Aufschrift "Unsere Erinnerungen sind keine Baustellen" vor einem Gebäude, während einige ein Fahrrad, einen Schirm und Tafeln mit Text halten, und im Hintergrund Gebäude, ein Kran und ein bewölkter Himmel zu sehen sind.

Totensonntag in Deutschland: Warum der VfL Bochum auf seine Hymne verzichtete

Deutschland beging am vergangenen Sonntag den evangelischen Buß- und Bettag *Totensonntag

Der Tag zählt zu den sogenannten stillen Feiertagen, an denen gesetzlich Unterhaltungsveranstaltungen eingeschränkt sind. In diesem Jahr betrafen die Regelungen unter anderem einen örtlichen Fußballverein, den VfL Bochum, sowie öffentliche Veranstaltungen im ganzen Land.

Am Totensonntag herrscht in Deutschland eine staatlich verordnete Feierlichkeit – doch die Gründe für diese Tradition bleiben umstritten. In Nordrhein-Westfalen sind bis 18 Uhr alle Unterhaltungsprogramme verboten, darunter Musik und öffentliche Aufführungen.

Die U23-Mannschaft des VfL Bochum trat an diesem Abend um 18 Uhr gegen den FC Gütersloh an. Vor dem Spiel verzichtete der Verein auf die übliche Abspielung seiner Hymne Bochum, um den Vorgaben des Feiertags gerecht zu werden. Das Unterhaltungsverbot erstreckt sich auch auf andere Medien: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft hatte in der Vergangenheit bereits über 750 Filme an Karfreitag gesperrt, darunter Das Leben des Brian und Heidi in den Bergen.

Doch die Sonderstellung der Kirchen in Deutschland geht über solche Regelungen hinaus. Die Finanzbehörden erheben für sie die Kirchensteuer, und Geistliche sind in Rundfunkräten vertreten. Diese Privilegien unterstreichen die enge Verzahnung von Religion und Staat im Land.

Für die Fans des VfL Bochum bedeutete der Totensonntag dieses Jahr: keine Musik vor dem Spiel. Die gesetzlich vorgeschriebene ruhige Atmosphäre wurde gewahrt. Während der Sinn des Tages diskutiert wird, ist seine Wirkung auf das öffentliche Leben unübersehbar – vom Fußballstadion bis zur Kinoleinwand.