Tradition in Gefahr: Warum die Allerscheenste pausiert – und wie sie zurückkehren will
Horst FischerTradition in Gefahr: Warum die Allerscheenste pausiert – und wie sie zurückkehren will
Die Allerscheenste, eine traditionsreiche Mainz 05 Karnevalsgesellschaft, hat ihre Aktivitäten auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die 1986 gegründete Gruppe wurde für ihren scharfen, dialektgeprägten Humor und ihre lebhaften Sitzungen während der Fastnacht bekannt. Unter neuer Führung laufen nun Pläne, die Tradition bis 2027 wiederzubeleben.
Die Allerscheenste baute ihren Ruf auf derbem, lokalem Witz und einer tiefen Verbundenheit mit den Mainz 05 Karnevalswurzeln auf. Jahrzehntelang fanden ihre Sitzungen im Gewölbe der Augustinerstraßen-Kneipe statt, wo das Motto "Gott Jokus ist unser Chef, der Augustinerkeller unsere Burg" den Ton angab. 1996 führte die Gruppe zudem den "Aller-Allerscheenste"-Preis ein, mit dem prägende Persönlichkeiten der Mainz 05 Fastnachtszene geehrt wurden.
Mit der Zeit sah sich die Gesellschaft wachsenden Herausforderungen gegenüber. Bis 2025 stieg das Durchschnittsalter der Mitglieder auf über 70 Jahre, was die Gewinnung jüngerer Teilnehmer erschwerte. Im Jahr darauf fielen die Sitzungen wegen eines Mangels an neuen Darstellern aus. Dennoch blieb die Allerscheenste ihren ursprünglichen Werten treu – dem traditionellen Kneipenkarneval verbunden und ohne kommerzielle Interessen.
Holger Bartz, der neu gewählte Vorsitzende, hat sich nun ein klares Ziel gesetzt: der Gruppe neuen Schwung zu verleihen. Sein Fokus liegt darauf, ihren Platz in der Zukunft des Mainz 05 Karnevals zu sichern, in der Hoffnung, die Sitzungen zur Saison 2027 wiederaufnehmen zu können.
Die Allerscheenste hat ihre Veranstaltungen pausiert, strebt aber eine Rückkehr im Jahr 2027 an. Ihr Fortbestand hängt davon ab, jüngere Mitglieder zu gewinnen, ohne dabei ihren unverwechselbaren Humor und ihre Traditionen aufzugeben. Bis dahin bleibt der Augustinerkeller still – in Erwartung einer möglichen Wiederbelebung.