15 February 2026, 12:23

Trumps Klimakürzungen vertreiben US-Forscher nach Deutschland – DAAD muss Russland verlassen

Ein Plakat aus dem Jahr 1900, das eine Berliner Secession ankündigt und eine Frau in rotem Kleid zeigt, die ein Objekt hält, mit Text, der wahrscheinlich Informationen zur Secession enthält.

Trumps Klimakürzungen vertreiben US-Forscher nach Deutschland – DAAD muss Russland verlassen

Kürzungen in der US-Klimaforschung treiben Wissenschaftler ins Ausland

Seit der Wiederwahl von Donald Trump im Jahr 2024 verzeichnen Eliteuniversitäten wie Harvard und Stanford einen deutlichen Rückgang bei der Vergabe von Forschungsgeldern. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler suchen nun in Europa nach Alternativen – insbesondere in Deutschland.

Doch auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) steht vor Herausforderungen. Nach seiner Einstufung als "unerwünschte Organisation" durch Russland wird er bis Mitte 2025 sein Moskauer Büro sowie das German House for Research and Innovation schließen müssen.

Die politische Landschaft in den USA hat sich seit Trumps Rückkehr ins Amt im Januar 2025 stark verändert. Von den Republikanern vorangetriebene Haushaltskürzungen haben die Mittel für die Klimaforschung in Schlüsselbehörden wie der National Science Foundation (NSF) und der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) um 25 Prozent gekürzt. Zudem sehen sich Universitäten einer strengeren Kontrolle ihrer Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion (DEI) ausgesetzt.

Die Folgen sind spürbar: An führenden Forschungseinrichtungen ist die Drittmittelquote um 15 bis 20 Prozent gesunken, und die Ablehnungsraten für Förderanträge – vor allem in den Bereichen Klimaforschung und erneuerbare Energien – sind gestiegen. Viele Wissenschaftler betrachten Europa inzwischen als stabileres Umfeld für ihre Arbeit.

Deutschland hat sich dabei zu einem bevorzugten Ziel entwickelt. Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge haben sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen eine starke Nachfrage von US-Forschenden nach Stellenangeboten.

Unterdessen ist der DAAD in Russland praktisch handlungsunfähig. Nach der Einstufung als "unerwünschte Organisation" durch das russische Justizministerium müssen das Moskauer Büro und das German House for Research and Innovation geschlossen werden. Russischen Bürgerinnen und Bürgern, die mit dem DAAD kooperieren, drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen.

Der Trend betrifft nicht nur Forscher. Auch deutsche Studierende und Promovierende verlieren zunehmend das Interesse an einem Aufenthalt in den USA – die Anfragen für Austauschplätze dort sind im letzten Jahr um etwa 10 Prozent zurückgegangen.

Die US-Kürzungen verändern die akademische Mobilität: Immer mehr amerikanische Wissenschaftler wechseln nach Deutschland, während deutsche Studierende die USA meiden. Gleichzeitig markiert der Rückzug des DAAD aus Russland das Ende jahrzehntelanger akademischer Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Die Entwicklungen spiegeln tiefgreifende politische Verschiebungen wider, die die globale Forschungszusammenarbeit prägen.