Unionsparteien in der Kritik: Sexismus, Rassismus und polarisierende Wahlkämpfe
Hans-Theo KuhlUnionsparteien in der Kritik: Sexismus, Rassismus und polarisierende Wahlkämpfe
Die christlich-konservative Unionsparteien in Deutschland stehen seit Jahrzehnten immer wieder in der Kritik für ihre polarisierenden Wahlkampfmethoden. Von persönlichen Angriffen bis zu umstrittenen Migrationspolitiken – die Strategien der Partei haben häufig Gegenwind ausgelöst. Aktuelle Vorwürfe wegen Sexismus und Rassismus rücken diese Vorgehensweisen erneut in den Fokus der Öffentlichkeit.
Die Geschichte kontroverser Kampagnen der Union reicht Jahre zurück. 1994 griff die Partei die SPD an, indem sie einen einzelnen roten Sock an einer Wäscheleine zeigte – ein Symbol, das Linksradikalismus suggerieren sollte. Später, im Jahr 2000, lehnte der damalige CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers den Plan von Bundeskanzler Gerhard Schröder ab, 20.000 ausländische IT-Fachkräfte anzuwerben, mit der Begründung, diese Stellen sollten "unsere Kinder, nicht Inder" besetzen.
Kürzlich sorgte die Union im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 für Aufsehen, als sie sich mit der rechtspopulistischen AfD für einen gemeinsamen Antrag zur Verschärfung der Migrationsregeln verbündete. Dies folgte auf frühere rassistische Vorwürfe, etwa die falsche Behauptung, Asylsuchende würden Deutschen Zahnarzttermine wegnehmen. Zudem griff die Partei wiederholt Einzelpersonen an – von der Juristin Frauke Brosius-Gersdorf bis hin zum Grünen-Politiker Robert Habeck wegen seiner Pläne zum Heizungsgesetz.
Im jüngsten Streitfall veröffentlichte die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer ein Video, in dem der CDU-Kanzlerkandidat Manuel Hagel eine Begegnung mit einer Schülerin namens Eva aus dem Jahr 2018 schildert. Mayer kritisierte seine Fokussierung auf das Aussehen des Mädchens als sexistisch. Sowohl sie als auch die Grünen wiesen Vorwürfe der Union zurück, es handele sich um eine gezielte Diffamierungskampagne, und betonten, das Video zeige vielmehr ein Muster problematischer Äußerungen auf. Hagel räumte später ein, seine Bemerkungen seien ein Fehler gewesen, doch eine umfassendere Auseinandersetzung der CDU mit ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit blieb aus.
Die Wahlkampfstrategien der Union stützen sich häufig auf polarisierende Rhetorik – von der Schürung von Migrationsängsten bis zu persönlichen Angriffen. Zwar bezeichnete Hagel seine Aussagen als unangemessen, doch zu den übergeordneten Vorwürfen von Sexismus oder Diskriminierung in den eigenen Reihen hat sich die Partei bisher nicht öffentlich geäußert. Der wiederholte Einsatz solcher Taktiken sorgt vor anstehenden Wahlen weiterhin für Kritik.