VAR-Debatte im deutschen Fußball: Warum Fehler und Kosten für Zündstoff sorgen
Hans-Theo KuhlVAR-Debatte im deutschen Fußball: Warum Fehler und Kosten für Zündstoff sorgen
Streitigkeiten über VAR-Entscheidungen haben die Debatte über dessen Einsatz im deutschen Fußball neu entfacht. Eine übersehene Abseitsstellung im DFB-Pokal-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München sorgte für weitverbreitete Frustration. Unterdessen kritisierte Eintracht Franfurts Trainer eine weitere umstrittene VAR-Entscheidung, die seiner Mannschaft in der Bundesliga ein Tor kostete.
Der jüngste Konflikt begann, als Schiedsrichter Tobias Welz und sein Team ein Abseits von Leroy Sané vor dessen Ausgleichstreffer im Spiel gegen Köln nicht erkannten. Der Fehler löste Forderungen aus, den VAR bereits früher im DFB-Pokal einzuführen. Sowohl Bayern-Chef Max Eberl als auch der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees, heute Innovationsleiter bei der DFB Schiri GmbH, befürworten den Einsatz der Technologie ab der zweiten Runde.
Auch Eintracht Frankfurt erlebte VAR-Ärger, nachdem ein Tor in der Partie gegen Heidenheim (1:1) aberkannt worden war. Trainer Dino Toppmöller übt scharfe Kritik an der Entscheidung – und verstärkt damit die wachsende Unzufriedenheit mit der Schiedsrichterleistung in der Bundesliga.
Doch die Ausweitung des VAR auf unterklassige Vereine stößt auf finanzielle Hürden. Das System kostet in den beiden höchsten Ligen rund 11 Millionen Euro für die Infrastruktur und weitere eine Million Euro für das Personal – etwa 20.000 Euro pro Spiel. Vereine außerhalb der DFL verfügen weder über die nötige Technik noch über ausreichende TV-Einnahmen, die den VAR in der Bundesliga finanzieren. Für kleinere Klubs sind die Mittel dafür schlicht nicht vorhanden.
Die Forderung nach einem früheren VAR-Einsatz im DFB-Pokal bleibt bestehen, doch die Finanzierung bleibt ein großes Hindernis. Ohne zusätzliche Einnahmen werden viele unterklassige Vereine die Technologie kaum stemmen können. Vorerst scheint die Diskussion über Schiedsrichterfehler und Fairness im deutschen Fußball also weiterzugehen.






