ver.di droht mit Arbeitskampf: Tarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert
Horst Fischerver.di droht mit Arbeitskampf: Tarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert
Tarifverhandlungen für Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens stecken nach gescheiterter erster Runde fest. Die Gewerkschaft ver.di zeigte sich enttäuscht, nachdem die Arbeitgeber in den Gesprächen zentrale Forderungen nicht aufgriffen – darunter kürzere Arbeitszeiten und bessere Bezahlung für Wochenenddienste. Für die Beschäftigten bleibt die Lage ungewiss, weitere Arbeitskampfmaßnahmen sind nicht ausgeschlossen.
Die jüngste Verhandlungsrunde fand am 21. Januar statt, nachdem die Forderungen bereits im November vorgelegt worden waren. ver.di, die unter anderem Mitarbeiter von Betrieben wie der Duisburger Hafen AG vertritt, pocht auf eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von 11 Stunden zwischen Schichten sowie einen Sonntagszuschlag von mindestens 40 Prozent. Die Arbeitgeberseite legte jedoch kein formelles Angebot vor, sondern kündigte an, in künftigen Gesprächen Gegenforderungen zu stellen.
Die Beschäftigten fordern zudem acht bezahlte Freitage jährlich für Gewerkschaftsarbeit sowie die Einbeziehung von kurzfristig Beschäftigten und Minijobbern in den Tarifvertrag. Heinz Rech, der verhandlungsführende Gewerkschafter, warnte, dass finanzielle Engpässe im kommunalen Nahverkehr nicht auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen werden dürften. Der vorgeschlagene Rahmentarifvertrag soll über 24 Monate laufen und durch bessere Dienstpläne die Arbeitsbelastung verringern. Da keine Einigung in Sicht ist, kündigte ver.di an, die Beschäftigten über mögliche nächste Schritte zu informieren – und ließ damit Streiks oder andere Maßnahmen offen.
Die Pattsituation lässt rund 50.000 Beschäftigte im ÖPNV Nordrhein-Westfalens ohne klare Perspektive zurück. Während die Arbeitgeber noch kein konkretes Angebot vorgelegt haben, besteht die Gewerkschaft auf spürbaren Verbesserungen bei Arbeitszeiten, Ruhepausen und Entlohnung. Die weiteren Verhandlungen werden zeigen, ob eine Einigung gelingt – oder ob es zum Arbeitskampf kommt.