Verdi-Streiks bei der AWO: Kitas und Pflege in NRW vor Einschränkungen
Hans-Theo KuhlErste Warnstreiks bei Awo-Kindergärten - Verdi-Streiks bei der AWO: Kitas und Pflege in NRW vor Einschränkungen
Streiks bei AWO in Nordrhein-Westfalen: Kinderbetreuung und Pflege könnten eingeschränkt werden
Die Gewerkschaft Verdi hat für den 4. und 5. Februar zu Arbeitsniederlegungen in Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) aufgerufen – mit Forderungen nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen. Die Arbeitgeber lehnen die Vorschläge als unrealistisch ab und bezeichnen sie als "PR-Gag".
Die Streiks beginnen am Mittwoch, dem 4. Februar, mit Kundgebungen in Essen, Aachen und Köln. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, die im Tarifkonflikt um die Besoldung stehen, werden sich den Protesten anschließen. In Essen, im Rhein-Erft-Kreis, in Bonn, im Rhein-Sieg-Kreis und in Köln müssen Eltern mit Schließungen oder eingeschränkten Öffnungszeiten in Kitas rechnen. Einige Einrichtungen werden Gruppen zusammenlegen oder nur eine Notbetreuung anbieten.
Am Donnerstag, dem 5. Februar, weitet sich die Aktion auf Ostwestfalen-Lippe aus. Dort sind AWO-Dienstleistungen betroffen, darunter eine Demonstration in Herford. Auch Pflegeeinrichtungen in Köln werden zum Mitmachen aufgerufen, wobei die Versorgung der Bewohner jedoch sichergestellt bleibt.
Verdi fordert für alle AWO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter eine monatliche Bruttoerhöhung von 500 Euro, für Auszubildende zusätzlich 300 Euro. Zudem verlangt die Gewerkschaft bessere Ausbildungsbedingungen und drei zusätzliche freie Tage pro Jahr für ihre Mitglieder. Die Arbeitgeber weisen die Forderungen als "völlig überzogen" zurück und verweisen auf knappe Haushalte, die eine Umsetzung unmöglich machten.
Wie viele AWO-Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen genau betroffen sein werden, bleibt unklar, da offizielle Stellen keine konkreten Zahlen nennen.
Zwei Tage lang wird es zu Einschränkungen in Kitas und Pflegeeinrichtungen kommen – mit teilweisen Schließungen oder Notbetreuungsmodellen. Während die Arbeitgeber die Forderungen als nicht finanzierbar zurückweisen, pocht Verdi auf bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen für das Personal. Eine Einigung im Streit ist vorerst nicht in Sicht, die Streiks gehen weiter.