15 March 2026, 20:19

Viersen droht bis 2031 die Pleite – IHK warnt vor Steuererhöhungen und fordert radikale Reformen

Ein buntes Papier mit fettem Text und Bildern von verschiedenen, strahlenden Menschen, die eine Parlamentsreform mit Hoffnung und Optimismus darstellen.

Viersen droht bis 2031 die Pleite – IHK warnt vor Steuererhöhungen und fordert radikale Reformen

Viersen steht vor einer wachsenden Finanzkrise: Bis 2026 droht ein Defizit von 39 Millionen Euro, und ohne Gegenmaßnahmen könnte die Stadt bis 2031 insolvent werden. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich nun zu Wort gemeldet und fordert Lösungen, die auf Steuererhöhungen verzichten und stattdessen auf Zusammenarbeit setzen.

Die Haushaltsbelastung der Stadt resultiert aus steigenden Kosten im Jugendhilfebereich und einer hohen Kreisumlage. Diese Ausgaben zwingen Viersen, unpopuläre Schritte wie Steuererhöhungen in Betracht zu ziehen. Die IHK warnt jedoch vor höheren Grundsteuern oder Gewerbesteuern, da dies die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und Investitionen abschrecken würde.

Viersen hat bereits jetzt die zweit höchsten Grundsteuern für gewerbliche Immobilien in seinem IHK-Bezirk. Weitere Erhöhungen könnten die Attraktivität der Stadt für Unternehmen weiter mindern. Stattdessen empfiehlt die IHK eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit, um Dienstleistungen gemeinsam zu nutzen und die Verwaltung effizienter zu gestalten. Über 20 Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben bereits im Rahmen von Initiativen wie CircularCities Projekte zur Kreislaufwirtschaft umgesetzt, während mehr als 30 übergreifende Netzwerke die Effizienz steigern.

Die IHK unterstützt zudem die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Die Wirtschaftsförderung Viersens hat bereits mögliche Erweiterungsflächen identifiziert, die neue Unternehmen anziehen könnten. Zwar begrüßt die IHK den freiwilligen Konsolidierungskurs der Stadt, weist aber darauf hin, dass die Personalkosten weiterhin stark steigen.

Die Situation in Viersen spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Bergisch Gladbach etwa steht bis 2026 vor einem Defizit von 50 Millionen Euro. Deutschlandweit kämpfen Kommunen mit einem Investitionsstau von 216 Milliarden Euro – 19 Prozent können nicht einmal die grundlegende Infrastruktur erhalten.

Die Vorschläge der IHK setzen auf Zusammenarbeit und wirtschaftliche Expansion statt auf Steuererhöhungen. Werden sie umgesetzt, könnten gemeinsame Dienstleistungen und neue Gewerbegebiete den finanziellen Druck auf Viersen verringern. Ohne Handeln drohen der Stadt jedoch bis zum Ende des Jahrzehnts noch tiefgreifendere Haushaltsprobleme.

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