22 January 2026, 10:18

Virtuelle Straßenabschnitte sollen den urbanen Güterverkehr revolutionieren

Eine Stadtstraße mit einer Bahnschiene, Fahrzeugen, Strommasten, Laternen, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern, einigen Menschen, Hügeln und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Virtuelle Straßenabschnitte sollen den urbanen Güterverkehr revolutionieren

Der Lehrstuhl für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen hat das Projekt ViDeLL gestartet, um das wachsende Problem des urbanen Güterverkehrs zu lösen. Die Initiative entwickelt ein Konzept für "virtuelle Straßenabschnitte", die speziell für automatisierte Logistikfahrzeuge vorgesehen sind. Experten warnen, dass ohne Gegenmaßnahmen die steigenden Frachtvolumina bald zu massiven Verkehrsstaus in den Städten führen könnten.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen Lieferungen auf der letzten Meile, der Einzelhandelslogistik sowie der industrielle Transport zwischen städtischen Produktionsstandorten. Statt physische Spuren zu bauen, werden virtuelle Logistikkorridore getestet, die sich dynamisch anpassen – gesteuert durch Echtzeit-Verkehrsdaten. Algorithmen übernehmen die Zuteilung, während Forscher die Wechselwirkungen zwischen automatisierten Fahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern analysieren.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Sicherheitsrahmen, Genehmigungsverfahren und politischen Handlungsempfehlungen. Ziel ist es, eine rechtlich, technisch und wirtschaftlich tragfähige Lösung zu finden, um automatisierte Logistik nahtlos in den bestehenden Stadtverkehr zu integrieren. Anders als vergleichbare Projekte setzt ViDeLL dabei weder auf schnellere Lieferzeiten noch auf die Einbindung von Elektrofahrzeugen. Professor Achim Kampker, Leiter des PEM, betonte die Dringlichkeit der Thematik. Virtuelle Lösungen seien deutlich kostengünstiger als der Bau dedizierter Fahrspuren für bestimmte Fahrzeuggruppen, so Kampker. Das Projekt wird gemeinsam von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der EU finanziert.

In anderen Nachrichten übernahm Michael Schösser am 1. Januar 2026 die Geschäftsführung der Vidal MMI Germany GmbH. Er folgt auf Marijo Jurasovic, der das Unternehmen zuvor innerhalb der VIDAL Group geleitet hatte.

ViDeLL zielt darauf ab, die Flexibilität der Verkehrsinfrastruktur durch Technologie statt durch physischen Ausbau zu steigern. Die Ergebnisse könnten künftige Richtlinien für automatisierte Logistik in Städten prägen. Bei Erfolg könnte das Modell eine skalierbare Lösung bieten, um Staus zu vermeiden – angesichts der weiter wachsenden Nachfrage im Güterverkehr.