18 March 2026, 18:14

Von "Du Orban!" bis "Nazischlampe": Welche Beleidigungen in Deutschland wirklich teuer werden

Cartoon-Gesichter zeigen Frustration mit dem Text "Das ist einige harte germanische Scheiße, in die du dich da reingeritten hast."

Von "Du Orban!" bis "Nazischlampe": Welche Beleidigungen in Deutschland wirklich teuer werden

In Deutschland kann man mit Beleidigungen wie "Du Orban!" oder "Du blöder Trump!" vielleicht noch vor Gericht davonkommen – doch andere Schimpfwörter können teuer werden. Roger "Flaming" Reisertsch, Jurist und Linguist mit Schwerpunkt Beleidigungsforschung, hat eine Liste mit über tausend kreativen Politiker-Schimpfwörtern zusammengestellt. Seine Arbeit zeigt: Vor allem Tiervergleiche oder politische Zuschreibungen können zu Bußgeldern oder sogar Klagen führen.

Laut Reisertschs Untersuchungen sind Tierbezeichnungen besonders riskant. Wer jemanden als Tier beschimpft, riskiert nicht nur Beleidigungsklagen, sondern mitunter auch Abmahnungen von PETA. Gemüsebezogene Schimpfwörter hingegen sind meist harmlos – mit einer Ausnahme: das Wort "Pflaume".

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Auch die Reihenfolge der Wörter entscheidet über das juristische Gewicht einer Beleidigung. Ein "Nazischlampe" kostet beispielsweise 1.200 Euro, wenn es gegen eine hochrangige AfD-Politikerin gerichtet ist. Selbst Abkürzungen wie "NS" oder umgestellte Varianten wie "Schlampennazi" können die Strafe beeinflussen. Ältere Klassiker wie "Du Trottel!" oder "Schurke!" haben dagegen viel von ihrer rechtlichen Sprengkraft verloren.

Wer Bußgelder vermeiden will, dem rät Reisertsch zu kreativen Politiker-Bezeichnungen. Auf seiner Website *www.gibmirkeinetiernamen.de* listet er 1.247 einzigartige Beispiele auf – etwa "Du Olaf!", was implizieren soll, jemand sei verschlagen, abschiebefreundlich oder latent rassistisch. Selbst die pauschale Bezeichnung als "SPD-Anhänger" kann bis zu 2.500 Euro Strafe nach sich ziehen.

Reisertschs Arbeit offenbart: In Deutschland sind Beleidigungen juristisch sehr unterschiedlich bewertet. Politiker-basierte Schimpfwörter bieten eine sicherere Alternative zu Tier- oder Parteivergleichen. Die Website stellt mittlerweile eine öffentliche Datenbank mit kreativen, rechtlich geprüften Beleidigungen bereit – für alle, die Dampf ablassen möchten, ohne vor Gericht zu landen.

Quelle