22 March 2026, 12:15

Von Kohlegruben zu Seen: Wie Hambach und Garzweiler neu entstehen sollen

Alte Karte des Rheins in Deutschland, die detaillierte Flüsse, Städte und geografische Merkmale mit Text oben und unten zeigt.

Von Kohlegruben zu Seen: Wie Hambach und Garzweiler neu entstehen sollen

Zwei ehemalige Braunkohletagebaue in Nordrhein-Westfalen sollen zu riesigen Seen umgewandelt werden – eine Metamorphose, die aus industriellen Narben neue Räume für Natur und Tourismus macht. Die Gruben Hambach und Garzweiler werden in den kommenden Jahrzehnten mit Rheinwasser geflutet, wobei die Arbeiten an einem gewaltigen Pipelinesystem bereits laufen. Umweltverbände jedoch bleiben skeptisch, was die Wasserqualität und langfristige Kontaminationsrisiken angeht.

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Das Projekt startete im März 2026 mit dem Spatenstich für eine 45 Kilometer lange Pipeline in Elsdorf, nahe dem Tagebau Hambach. Das System, bestehend aus 10.000 Rohren mit bis zu 2,2 Metern Durchmesser, soll Rheinwasser in die Gruben leiten. Der Energiekonzern RWE, der die Arbeiten leitet, verfügt bereits über Genehmigungen für die Wasserentnahme und den Pipelinebau, doch die Erlaubnis zur Einleitung in den Hambacher See steht noch aus.

Die Flutung beginnt 2030 in Hambach und Inden, gefolgt von Garzweiler im Jahr 2036. Der Prozess wird 40 Jahre dauern, und es werden weitere Jahrzehnte vergehen, bis sich die Seen stabilisiert haben. RWE-Vorstandsmitglied Lars Kulik bezeichnete die Pipeline als "Symbol für zukünftige Chancen" und versprach neue Lebensräume sowie Erholungsgebiete. Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller erhofft sich vom künftigen "Elsdorfer See" einen Imagegewinn für die Stadt.

Kritiker hingegen zweifeln an der Machbarkeit des Plans. Umweltverbände wie der BUND und die Initiative Alle Dörfer bleiben warnen vor möglichen Belastungen durch Altlasten aus den Tagebauen. Der Gegner Andreas Büttgen nennt RWEs Strategie ein "hochriskantes Unterfangen", bei dem nicht auszuschließen sei, dass der Konzern das Projekt ganz aufgibt.

Die Umwandlung von Hambach und Garzweiler in Seen markiert den Wandel vom Kohleabbau hin zu langfristigen ökologischen und touristischen Zielen. Da sich die Flutung über Jahrzehnte erstrecken wird, hängt der Erfolg des Vorhabens von einem sorgfältigen Wassermanagement und kontinuierlichen Investitionen ab. Das Ergebnis wird Landschaft und Region für kommende Generationen prägen.

Quelle