Vonovia-Chef fordert radikale Reform der Mietpreisbremse – "Schadet dem Wohnungsmarkt"
Horst FischerVonovia-Chef fordert Reform der Mietpreisbremse - Vonovia-Chef fordert radikale Reform der Mietpreisbremse – "Schadet dem Wohnungsmarkt"
Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia fordert grundlegende Reform der Mietpreisbremse
Vonovia-Chef Rolf Buch hat scharfe Kritik an den aktuellen Mietregulierungen geübt und diese als unwirksam und schädlich für den Wohnungsmarkt bezeichnet. Seiner Ansicht nach könnten gezielte Reformen einkommensschwache Mieter besser schützen und gleichzeitig den Neubau fördern.
Die 2015 eingeführte Mietpreisbremse sollte die stark steigenden Mieten in Ballungsräumen deckeln. Sie begrenzt die Miete für Neuverträge auf maximal 10 Prozent über dem örtlichen Durchschnitt. Doch Buch argumentiert, dass die Regelung die Wohnungsnot verschärft habe, da sie Mieten pauschal deckle – selbst für gutverdienende Haushalte.
Unter Buchs Führung wuchs Vonovia durch Übernahmen wie Gagfah, Buwog und Deutsche Wohnen zum größten Immobilienkonzern Deutschlands. In den ersten neun Monaten 2022 verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von rund 3,4 Milliarden Euro – ein deutlicher Aufschwung nach dem Verlust von 592 Millionen Euro im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Monatsmieten bei Vonovia um 4,3 Prozent auf 8,28 Euro pro Quadratmeter.
Buch schlägt vor, die Mietpreisbremse umzugestalten, sodass nur noch bedürftige Mieter unterstützt werden. Dies würde seiner Meinung nach Mittel für den Neubau freisetzen und den Marktdruck verringern. Noch in diesem Jahr endet seine Amtszeit als Vorstandsvorsitzender; sein Nachfolger wird Luka Mucic, ehemaliger SAP-Manager und aktueller Finanzvorstand von Vodafone.
Die Forderung nach einer Reform kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Vonovia steigende Gewinne und Mieten verzeichnet. Buchs Vorschlag zielt darauf ab, Mieterrechte und Marktdynamik in Einklang zu bringen. Angesichts der anhaltenden Wohnungsnot in deutschen Großstädten dürfte die Debatte über die Mietpreisbremse weiter an Fahrt aufnehmen.






