Warum berühmte **Künstler** früher sterben als ihre unbekannten Kollegen
Horst FischerWarum berühmte **Künstler** früher sterben als ihre unbekannten Kollegen
Berühmte Künstler sterben deutlich früher als ihre weniger bekannten Kollegen – das belegt eine neue Studie. Forscher der Universität Witten/Herdecke fanden heraus, dass berühmte Musiker im Schnitt fast fünf Jahre früher sterben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Ruhm selbst eine zentrale Rolle spielt und die Lebenserwartung um 33 Prozent verkürzt.
Die Untersuchung analysierte die Sterblichkeitsraten unter Künstlern und offenbart einen deutlichen Unterschied: Berühmte Musiker erreichten ein durchschnittliches Alter von 75,19 Jahren, während weniger bekannte Kollegen im Schnitt 79,75 Jahre alt wurden. Diese Differenz entspricht einem um 33 Prozent erhöhten Sterberisiko für die Prominenten.
Die Idee eines "Club 27" – eine Gruppe von Stars, die mit oder um das 27. Lebensjahr starben – wird seit Langem diskutiert. Mitglieder wie Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain und Amy Winehouse nährten den Mythos. Doch eine Studie des British Medical Journal aus dem Jahr 2011 widerlegte jeden Zusammenhang zwischen Ruhm und einem Tod in genau diesem Alter. Die neuen Erkenntnisse aus Witten/Herdecke zeigen stattdessen: Der Ruhm selbst ist das eigentliche Risiko. Die mit dem Erfolg einhergehenden Belastungen und Lebensstilveränderungen scheinen die Lebenszeit um Jahre zu verkürzen – unabhängig von bestimmten Altersmarken.
Die Studie bestätigt, dass Ruhm die Lebenserwartung im Durchschnitt um 4,6 Jahre verringert. Künstler, die große Bekanntheit erlangen, tragen ein deutlich höheres Risiko, früh zu sterben. Damit rückt die Forschung den Fokus von altersbezogenen Mythen weg – und lenkt ihn auf die generellen Folgen von Berühmtheit.