Warum nur 9 Prozent der Firmen Mitarbeitern bei der Wohnungssuche helfen
Ariane HolzapfelWarum nur 9 Prozent der Firmen Mitarbeitern bei der Wohnungssuche helfen
Nur wenige deutsche Unternehmen unterstützen Mitarbeiter bei der Wohnraumsuche – trotz potenzieller Vorteile
Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Lediglich 9 Prozent der Unternehmen bieten ihren Beschäftigten direkten Wohnraum an, während 21 Prozent indirekte Hilfen leisten – etwa durch die Übernahme von Maklergebühren. Viele Firmen sehen darin dennoch ein wirksames Instrument, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden.
Die am 28. März 2026 veröffentlichte IW-Untersuchung belegt die noch geringe Verbreitung von Wohnraumangeboten für Mitarbeiter. Nur 9 Prozent der Betriebe stellen selbst oder über Tochtergesellschaften Wohnungen bereit. Ein größerer Anteil – 21 Prozent – unterstützt die Belegschaft indirekt, etwa durch Umzugskostenzuschüsse oder den Zugang zu Wohnungsportalen.
Dabei sind mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (58 Prozent) überzeugt, dass Wohnraumhilfen die Attraktivität als Arbeitgeber steigern. 55 Prozent geben an, dass solche Leistungen die Mitarbeiterbindung langfristig stärken. Der Experte Philipp Deschermeier betont, dass Unternehmen dadurch im Wettbewerb um Fachkräfte klar im Vorteil seien.
Doch es gibt erhebliche Hürden: Zwei Drittel der Firmen nennen die angespannte Mietmarktlage als größtes Hindernis. 45 Prozent haben Schwierigkeiten, verlässliche Partner in der Wohnungswirtschaft zu finden. Finanzielle und bürokratische Belastungen halten zudem 40 Prozent der Unternehmen davon ab, Wohnraumhilfen anzubieten.
Für die nächsten fünf Jahre planen lediglich 4 Prozent der Betriebe, entsprechende Programme einzuführen. Deschermeier regt an, dass klarere politische Vorgaben und beschleunigte Genehmigungsverfahren für betriebsnahe Wohnprojekte die Verbreitung fördern könnten.
Die Studie macht deutlich: Zwar wird Mitarbeiterwohnraum als nützlich erachtet, doch praktische Herausforderungen bremsen die Umsetzung. Die meisten Unternehmen zögern wegen der Kosten, der Marktbedingungen und des administrativen Aufwands. Kurzfristig will nur ein kleiner Teil die Wohnraumförderung ausbauen.






