08 January 2026, 14:31

Wegners Tennis-Spiel während Berlins Stromausfall löst politische Empörung aus

Ein Mann mit Brille, T-Shirt, Mütze und Schuhen spielt Tennis.

Kann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Wegners Tennis-Spiel während Berlins Stromausfall löst politische Empörung aus

Berlins Regierungsbürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während eines Stromausfalls in die Kritik

Berlins Regierungsbürgermeister Kai Wegner (CDU) sieht sich massiver Kritik ausgesetzt, nachdem er eingeräumt hat, während eines großflächigen Stromausfalls Tennis gespielt zu haben. Der Blackout hatte am vergangenen Samstag rund 100.000 Haushalte ohne Strom und Heizung zurückgelassen. Zunächst hatte Wegner behauptet, den gesamten Tag von seinem Homeoffice aus die Krisenbewältigung koordiniert zu haben.

Der Stromausfall traf Berlin am Samstagmorgen und legte tausende Haushalte lahm. Doch bereits am frühen Nachmittag unterbrach Wegner seine Arbeit für eine Stunde Tennis – zwischen 13 und 14 Uhr. Dies verschwieg er zunächst und erklärte Reportern am Sonntag, er habe durchgehend in seinem Büro die Lage gelenkt.

Erst am Mittwoch deckte der Rundfunksender RBB die Wahrheit auf und zwang Wegner damit, einzugestehen, dass seine erste Aussage unvollständig gewesen war. Seine Korrektur löste Empörung aus: Politische Gegner fordern seinen Rücktritt. Kritiker werfen ihm vor, mit dem Tennis-Spiel ein falsches Signal gesetzt zu haben – besonders, da viele Anwohner ohne Heizung auskommen mussten. Trotz der Aufregung wurde das Stromnetz bereits einen ganzen Tag früher als geplant wiederhergestellt. Schwerwiegende Verletzungen gab es nicht, und Experten betonen, dass Berlins Infrastruktur nicht anfälliger sei als die Netze in anderen deutschen Städten.

Doch einige Beobachter bemängeln, dass die Debatte sich von den eigentlichen Problemen – etwa der Netzstabilität – hin zu symbolischen Gesten und politischem Kleinkrieg verschoben habe. Einsatzkräfte halten Bürgermeister-Besuche während Krisen oft für überflüssig, da sie kaum praktischen Nutzen brächten. Gleichzeitig kann für viele Bürger das sichtbare Engagement einer Führungsperson durchaus Bedeutung haben. Die Fixierung auf Wegners privates Verhalten hat jedoch die Diskussionen über eine bessere Krisenbewältigung und widerstandsfähigere Infrastruktur in den Hintergrund gedrängt.

Der Stromausfall endete früher als erwartet, und es gab keine größeren Schäden durch die Störung. Doch die politischen Spannungen haben sich durch die Affäre um Wegners Tennis-Spiel weiter zugespitzt. Während seine Gegner auf Konsequenzen pochen, halten Unterstützer die Kritik für überzogen – gemessen an den tatsächlichen Folgen des Blackouts.