19 March 2026, 14:18

Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte – wer ist schuld?

Balkendiagramm mit der Überschrift "Anzahl der Menschen mit Krebsdiagnose in Deutschland" auf einem weißen Hintergrund.

Arztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte – wer ist schuld?

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

Aktuelle Zahlen zeigen, dass in der Region Westfalen-Lippe nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner kommen – der niedrigste Wert aller kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Kritiker werfen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor, die Misere sei Ergebnis jahrelanger Fehlplanung.

Die Landesregierung hat zwar Gegenmaßnahmen eingeleitet, darunter eine 2023 eingeführte Landarztquote. Im Rahmen dieses Programms verpflichteten sich 1.100 Medizinstudierende, nach ihrem Abschluss ein Jahrzehnt lang als Hausärzte in unterversorgten Gebieten zu arbeiten. Doch wegen der langen Ausbildungsdauer werden die ersten Ärzte aus diesem Programm erst 2030 in die Praxis starten.

Seit 2009 fördert ein Hausarztprogramm über 1.000 neue Praxen in NRW mit Investitionen von 29 Millionen Euro – 80 Prozent davon flossen nach Westfalen-Lippe. Dennoch warnt die SPD vor einer weiteren Verschärfung der Versorgungslücken. Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, bezeichnete die aktuellen Zahlen als "vernichtendes Urteil" über Laumanns Bilanz.

Laumann verteidigte seine Politik und betonte, die Lösung des Hausärztemangels erfordere langfristige Planung und über Legislaturperioden hinweg. Der CDU-Abgeordnete Daniel Hagemeier wies die SPD-Kritik als "Elfmeter des Monats" zurück. Auch andere Bundesländer kämpfen mit ähnlichen Problemen: Baden-Württemberg verzeichnet mit 63,7 Hausärzten pro 100.000 Einwohnern die zweitniedrigste Dichte, während Mecklenburg-Vorpommern mit 76,8 an der Spitze liegt.

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Die Landarztquote soll zwar 1.100 neue Hausärzte für Westfalen-Lippe sichern, doch Entlastung wird es erst in Jahren geben. Da die Region bereits jetzt bundesweit das Schlusslicht bildet, steht die Landesregierung unter Druck, schneller wirksame Lösungen zu finden. Die Debatte über Versorgungslücken wird voraussichtlich anhalten, während die Opposition sofortiges Handeln fordert.

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