14 December 2025, 14:23

Wie eine mutige **Frau** die Gleichberechtigung ins Grundgesetz kämpfte

Ein Plakat mit Bildern von ein paar Frauen und begleitendem Text.

Wie eine mutige **Frau** die Gleichberechtigung ins Grundgesetz kämpfte

Grundgesetz: Wie eine Frau die Gleichberechtigung in der Verfassung verankerte

Teaser: Elisabeth Selbert mobilisierte 1948 Frauen im ganzen Land. Ihre Initiative brachte die Gleichstellung ins Grundgesetz.

Artikel: Ein Meilenstein der deutschen Geschichte geht auf den unermüdlichen Einsatz einer Frau zurück. Die Juristin und Politikerin Elisabeth Selbert kämpfte beharrlich dafür, die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Verfassung zu verankern. Ihr Wirken veränderte das Familienrecht und prägte die Frauenrechte im Nachkriegsdeutschland nachhaltig.

Geboren 1896, arbeitete Selbert zunächst bei der Reichspost, bevor sie ein Jurastudium aufnahm. 1948 zog sie in den Parlamentarischen Rat ein – jenes Gremium, das den Entwurf für das Grundgesetz der neu gegründeten Bundesrepublik erarbeitete. Dort brachte sie den Antrag ein, die Gleichstellung von Mann und Frau festzuschreiben. Doch ihre eigene Partei lehnte den Vorschlag zunächst ab.

Selbert ließ sich nicht entmutigen. Sie organisierte landesweit Proteste von Frauen. Zehntausende schickten Empörungsschreiben an die Ratsmitglieder – Schätzungen zufolge zwischen 50.000 und 100.000. Bei einer zweiten Abstimmung setzte sich ihr Anliegen schließlich einstimmig durch.

Das Ergebnis war Artikel 4 Absatz 3 Grundgesetz, der bis heute gilt: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Diese Änderung ebnete auch den Weg für Reformen im Familienrecht, darunter die Abschaffung des sogenannten „Gehorchamsparagraphen“, der Ehemännern bis dahin eine rechtliche Vorherrschaft über ihre Frauen einräumte.

Trotz ihrer prägenden Rolle scheiterte Selbert 1949 bei der Kandidatur für einen Bundestagssitz. Doch ihr Einfluss blieb durch die von ihr mitgestalteten verfassungsrechtlichen Garantien bestehen.

Selberts Kampagne veränderte das deutsche Rechtssystem grundlegend und sicherte die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter. Die von ihr vorangetriebenen Reformen beseitigten veraltete Beschränkungen in Ehe und Scheidung. Ihr Vermächtnis lebt im Grundgesetz weiter – bis heute die geltende Verfassung Deutschlands.