Wiesbadens Karnevals-Ente wird zur "Gans am End" – nach Markenstreit mit Mainz
Ariane HolzapfelWiesbadens Karnevals-Ente wird zur "Gans am End" – nach Markenstreit mit Mainz
Wiesbadens berühmte Karnevalsfigur erhält in letzter Minute ein neues Aussehen
Die traditionelle "Zugen(d)te" – ein Wortspiel aus den deutschen Begriffen für "Ende" und "Ente" – hat einen Rechtsstreit mit Mainz ausgelöst. Nun müssen die Veranstalter Design und Namen ändern, um weitere Konflikte zu vermeiden.
Seit fast 20 Jahren bildet die "Zugen(d)te" den Abschluss des Wiesbadener Fastnachtsumzugs. Die Figur, meist eine entenartige Gestalt, nimmt spielerisch Mainz' eigene "Zugente" auf die Schippe – ein gelbes Enten-Maskottchen, das fest zu den Karnevalstraditionen der Stadt gehört. Doch in diesem Jahr stellten die Erbauer des Wagens fest, dass ihre Version kaum noch an eine Ente erinnerte. Stattdessen trug sie eine Warnweste, hielt einen Besen und war mit weißen Federn ausgestattet – weit entfernt von Mainz' ikonischem gelben Vogel.
Die Probleme spitzten sich zu, als Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Karnevalsvereins, Beschwerde einreichte. Er argumentierte, der Name "Zugente" sei markenrechtlich geschützt und gehöre ausschließlich Mainz. Durch juristischen Druck kam es 2025 zu einer Einigung: Wiesbaden musste seine Symbole anpassen, um Verstöße gegen das Markenrecht zu vermeiden.
Infolgedessen wird der Wagen nun unter dem Namen "Gans am End" – die "Gans am Ende" – fahren. Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter der Wagenbau-Gruppe Dacho, bestätigte, dass die Beschriftung der Figur entfernt wird. Das Tier selbst darf jedoch weiterhin Teil des Umzugs bleiben.
Die Rivalität zwischen Wiesbaden und Mainz zur Karnevalszeit reicht Jahrzehnte zurück. Seit den 1970er-Jahren nutzt Wiesbaden immer wieder Mainz-bezogene Symbole – wie Bären oder andere Figuren –, um den Nachbarn scherzhaft zu necken. Doch nach dem Rechtsstreit des vergangenen Jahres gelten für diese Tradition nun strengere Regeln.
Die umbenannte "Gans am End" wird in diesem Jahr den Schmotzigen-Donnerstags-Umzug in Wiesbaden abschließen. Die Änderungen folgen einer gerichtlichen Vereinbarung und sollen weitere Markenrechtskonflikte vermeiden. Während die Figur bleibt, markieren ihr neues Aussehen und ihr neuer Name das Ende einer langjährigen Karnevalstradition – und den Beginn einer anderen.