25 December 2025, 00:24

Willich kämpft mit 29,53 Millionen Euro Defizit im Haushalt 2026

Eine Szene mit Gebäuden, einem Zaun, Fahrzeugen, aktuellen Umfragen, einer Rohrleitung und dem Himmel darüber.

Willich kämpft mit 29,53 Millionen Euro Defizit im Haushalt 2026

Willich steht vor einer sich verschärfenden Finanzkrise, nachdem der Haushaltsentwurf für 2026 ein Defizit von 29,53 Millionen Euro offenbart hat. Die von Finanzdezernent Dr. Raimund Berg vorgestellten Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang gegenüber früheren Prognosen. Auch die Pro-Kopf-Finanzierungsbilanz der Stadt wird sich verschlechtern und auf 596 Euro sinken – im Vergleich zum Landesdurchschnitt von 666 Euro.

Dr. Berg legte die düsteren Zahlen am Mittwochabend in einer Sitzung des Stadtrats vor. Die ordentlichen Einnahmen für 2026 werden voraussichtlich um 4,27 Millionen Euro auf 191,42 Millionen Euro sinken, während die Ausgaben um 13,05 Millionen Euro auf 230,65 Millionen Euro steigen dürften. Auch das Defizit für 2025 hat sich verschärft und wird nun mit 18,3 Millionen Euro veranschlagt – sechs Millionen Euro höher als geplant. Rückläufige Gewerbesteuereinnahmen, steigende Transferzahlungen sowie erhöhte Kreisumlagen sind die Hauptgründe für die Haushaltslücke.

Die Stadt hat vom Finanzministerium Nordrhein-Westfalens die Genehmigung für einen Haushaltssanierungsplan erhalten, der am 12. Juli 2024 erteilt wurde. Dr. Berg betonte, dass eine mehrjährige Konsolidierungsstrategie entscheidend sei, um die Finanzen zu stabilisieren. Er forderte den Rat auf, sich auf rechtlich vorgeschriebene oder wirtschaftlich unverzichtbare Projekte zu konzentrieren und gleichzeitig die Betriebskosten für kommunale Gebäude zu senken.

Trotz der angespannten Haushaltslage plant Willich für 2026 Mittel für zentrale Bereiche bereitzustellen: Schulen und Sporteinrichtungen erhalten 11,9 Millionen Euro, Straßen 5,5 Millionen Euro und Kindertagesstätten drei Millionen Euro. Weitere drei Millionen Euro sind für De Bütt vorgesehen, 2,7 Millionen Euro fließen in die Feuerwehr und den Rettungsdienst. Für Grundstücksankäufe sind 6,5 Millionen Euro eingeplant.

Der Stadtrat wird den Haushaltsentwurf und den mittelfristigen Finanzplan prüfen, bevor im kommenden Jahr die endgültige Abstimmung stattfindet.

Der Haushalt 2026 unterstreicht den wachsenden finanziellen Druck auf Willich, dem sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben gegenüberstehen. Die Stadt muss nun strikte Ausgabenkontrollen umsetzen und Prioritäten bei unverzichtbaren Projekten setzen, um eine weitere Verschlechterung zu vermeiden. Die Genehmigung des Sanierungsplans bietet einen Weg nach vorn, doch der Turnaround hängt von langfristiger Planung und Haushaltsdisziplin ab.