16 March 2026, 02:11

Willicher Pfadfinder finanzieren Projekte durch Kronkorken und Schrott

Ein Metallmüllcontainer voller Plastikflaschen, Beutel und anderen Abfällen.

Willicher Pfadfinder finanzieren Projekte durch Kronkorken und Schrott

Pfadfinder in Willich verwandeln Kronkorken und Schrott in Spenden für ihre Aktivitäten

Eine Pfadfindergruppe in Willich hat aus dem Sammeln von Flaschendeckeln und Metallschrott eine innovative Möglichkeit gemacht, ihre Projekte zu finanzieren. Inspiriert von einem Zeltlager vor zwei Jahren sammelt die Gruppe seitdem Recyclingmaterial aus Bars, Restaurants und öffentlichen Plätzen. Bisher haben sie auf diese Weise bereits über eine Tonne Kronkorken recycelt und gleichzeitig Geld für ihre Jugendprogramme eingenommen.

Die Idee entstand während eines Pfadfinderlagers auf der niederländischen Insel Ameland. Die Mitglieder der St.-Katharina-Gruppe in Willich übernahmen das Konzept später und behandelten die Deckel wie eine Art Währung – eine spielerische Anlehnung an die Fallout-Videospielreihe. Mittlerweile haben sie ihre Recyclinginitiative ausgeweitet und sammeln auch Metallschrott sowie Müll, der in der ganzen Stadt zu finden ist.

Lokale Unternehmen unterstützen die Aktion, indem sie Deckel für die Pfadfinder zurücklegen. Bars und Restaurants sammeln das Material vor, sodass die Gruppe größere Mengen auf einmal abholen kann. Sobald genug zusammenkommt, verkaufen die Pfadfinder alles an einen Schrotthandel in Neuss. Das eingenommene Geld fließt direkt in die Finanzierung ihrer Vorhaben.

Obwohl es keine offizielle Statistik gibt, sind ähnliche Recyclinginitiativen unter Pfadfindergruppen bundesweit verbreitet. Große Verbände wie DPSG, BdP, VCP und die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) berichten, dass Hundert – möglicherweise sogar Tausend – Gruppen informell Pfandsysteme nutzen, um ihre Arbeit zu unterstützen. Da es jedoch kein zentrales Erfassungssystem gibt, bleibt das genaue Ausmaß unbekannt.

Die Willicher Pfadfinder haben im Rahmen ihrer Kampagne bereits weit über eine Tonne Kronkorken recycelt. Die Zusammenarbeit mit lokalen Betrieben und dem Schrotthandel in Neuss sorgt dafür, dass das Projekt reibungslos läuft. Die eingenommenen Mittel kommen weiterhin Jugendaktivitäten zugute – ein Beweis dafür, dass selbst kleine Recyclingmaterialien Großes bewirken können.

Quelle