Wirtschaftsverband rudert zurück: AfD-Einladung löst Massenprotest aus
Ariane HolzapfelEvonik-Chef warnt kleine Unternehmen davor, sich der AfD anzunähern - Wirtschaftsverband rudert zurück: AfD-Einladung löst Massenprotest aus
Geplante Einladung an rechtsextreme Politiker sorgt für Empörung in der deutschen Wirtschaft
Die geplante Einladung rechtspopulistischer Politiker durch einen deutschen Wirtschaftsverband hat bei großen Unternehmen scharfe Kritik ausgelöst. Die Vereinigung der Familienunternehmer geriet unter Druck, nachdem sie für Oktober 2025 eine Veranstaltung mit Abgeordneten der Alternative für Deutschland (AfD) angekündigt hatte. Mehrere bekannte Firmen zogen sich aus Protest zurück – der Verband sah sich schließlich gezwungen, die Einladung zu widerrufen.
Auslöser der Kontroverse war die geplante Einbindung von AfD-Vertretern bei einem parlamentarischen Abend. Unternehmen wie Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola distanzierten sich umgehend, kündigten ihre Mitgliedschaft und beschleunigten damit die Kehrtwende des Verbands.
Evonik-Chef warnt vor Normalisierung der AfD Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, verurteilte die Initiative öffentlich und warnte vor einer schleichenden Akzeptanz der AfD in der Wirtschaft. Er rief die deutsche Industrie auf, jede Zusammenarbeit mit der Partei abzulehnen – mit Verweis auf die Gefahren für demokratische Werte. Kullmann führte die wachsende Sympathie für autoritäre Politik auf wirtschaftliche Ängste und den wahrgenommenen sozialen Abstieg zurück.
Evonik, ein Chemieriese mit einem Umsatz von 15,2 Milliarden Euro (2024) und über 30.000 Beschäftigten, zählt zu den einflussreichsten Playern der Branche. Größter Anteilseigner ist die RAG-Stiftung mit knapp 47 Prozent. Trotz des Streits gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich mittelständische Unternehmen seit 2020 offen der AfD zugewandt hätten.
Spannungen zwischen Wirtschaftselite und Rechtspopulisten Der Vorfall offenbart die wachsenden Spannungen zwischen der Wirtschaft und rechtsextremen Kräften in Deutschland. Nach dem Rückzug namhafter Marken wurde die Veranstaltung abgesagt. Kullmanns Haltung spiegelt die Sorge wider, dass politischer Extremismus zunehmend auch in wirtschaftlichen Kreisen Fuß fasst.