"Xanny"-Trend unter Jugendlichen: Wie Hip-Hop und Social Media den Xanax-Konsum verharmlosen
Olav Ruppert"Xanny"-Trend unter Jugendlichen: Wie Hip-Hop und Social Media den Xanax-Konsum verharmlosen
Xanax – in Jugendjargon oft "Xanny" genannt – erlebt einen besorgniserregenden Aufschwung unter jungen Menschen in Großstädten wie München. Die wachsende Beliebtheit des Mittels steht in engem Zusammenhang mit seiner häufigen Erwähnung in Hip-Hop, Rap und sozialen Medien, wo Künstler:innen und Influencer:innen es oft als selbstverständlichen Teil des Alltags darstellen.
Das verschreibungspflichtige Medikament, dessen Wirkstoff Alprazolam ist, wird zunehmend missbräuchlich verwendet – besonders in der Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen. Studien zeigen, dass Jugendliche in diesem Alter besonders anfällig für die Risiken von Drogenexperimenten sind. Die leichte Verfügbarkeit in Städten macht Xanax zugänglicher als Opioide oder Valium und befeuert so seine Verbreitung weiter.
Künstler:innen tragen maßgeblich zur Verharmlosung des Konsums bei. Billie Eilish thematisierte Xanax 2019 in ihrem Album "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" und löste damit eine breitere Debatte über Substanzkonsum in der Jugendkultur aus. Auch Rapper wie Money Boy erwähnen die Droge in ihren Texten – mal als Teil des kreativen Prozesses, mal als Bewältigungsstrategie für Stress.
Doch der Trend beschränkt sich nicht auf die Musikszene. Soziale Medien verstärken die Sichtbarkeit des Mittels, wobei vor allem junge Frauen und Männer zwischen 18 und 25 Jahren betroffen sind. Viele in dieser Gruppe kombinieren den Konsum von Xanny mit starkem Cannabisgebrauch – mit unklaren Langzeitfolgen für die Gesundheit.
Durch die Omnipräsenz in Musik und digitalen Räumen wirkt die Droge auf impressionable Zielgruppen weniger gefährlich. Angesichts der leichten Verfügbarkeit und kulturellen Verherrlichung warnen Expert:innen vor steigenden Abhängigkeitsraten bei Jugendlichen. Besonders problematisch bleibt der Zusammenhang zwischen Xanax-Missbrauch und psychischen Belastungen – ein drängendes Problem in städtischen Jugendszenen.






