ZDK reformiert Satzung und stellt sich gegen den ZVK – der große Verbandskonflikt eskaliert
Ariane HolzapfelZDK reformiert Satzung und stellt sich gegen den ZVK – der große Verbandskonflikt eskaliert
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat weitreichende Satzungsreformen durchgesetzt, die das Verhältnis zum Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeughandels (ZVK) grundlegend neu ordnen sollen. Die im Januar beschlossenen Änderungen kommen zu einem Zeitpunkt wachsender Spannungen zwischen den beiden Verbänden. Die Reformen führen strengere Regeln in den Bereichen Governance, Mitgliedschaft und Finanzstruktur ein.
Gleichzeitig markieren die Neuerungen den ersten offiziellen Schritt hin zu einer vollständigen Trennung der beiden Organisationen. Rechtliche Auseinandersetzungen und Streitigkeiten über Gebühren haben den Konflikt weiter angeheizt – beide Seiten liefern sich derzeit einen Gerichtsstreit um Beitragszahlungen und Vertretungsrechte.
Die neuen Statuten beseitigen langjährige Gepflogenheiten, darunter die gemeinsame Besetzung von Gremien mit Personal beider Verbände sowie garantierte Sitze für den ZVK. Stattdessen zentralisiert der ZDK die Entscheidungsprozesse und reduziert Ausschüsse auf rein beratende Funktionen. Auch die Sprecherrechte werden künftig direkt von der Bonner Zentrale kontrolliert, was den Einfluss des ZVK weiter schwächt.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Einführung direkter Mitgliedschaftswege für Werkstätten. Damit soll verhindert werden, dass lokale Innungen den Anschluss an den Bundesverband verlieren. Der ZDK betont, dass künftige Personalentscheidungen demokratisch über die Mitgliederversammlung beschlossen werden.
Die Reformen folgen auf Monate zunehmender Reibereien zwischen den beiden Verbänden. Der ZDK wirft dem ZVK vor, bewusst eine Krise herbeigeführt zu haben, um eine Spaltung zu erzwingen. Derweil hat der Streit um Prüfgebühren für Fahrzeuge – einst ein zentraler Zankapfel – an rechtlicher Brisanz verloren. Im Fokus steht nun der anhängige Rechtsstreit über die überarbeitete Beitragsstruktur des ZDK, gegen die der ZVK klagt.
Vertreter des ZDK argumentieren, die Änderungen spiegelten die Realitäten der Branche wider und erhöhten die Transparenz. Das alte System habe die Bedürfnisse von Werkstätten und Mitgliedern nicht mehr ausreichend bedient.
Die Januar-Reformen ebnen den Weg für eine klarere Trennung zwischen ZDK und ZVK. Werkstätten können dem Bundesverband nun direkt beitreten, ohne Umweg über regionale Innungen. Da die juristischen Auseinandersetzungen noch nicht abgeschlossen sind, wird sich zeigen, wie weit die beiden Organisationen auseinanderdriften – oder ob doch noch ein Kompromiss möglich ist.