17 March 2026, 10:12

Zuckerrüben in Deutschland: Warum Bauern um ihre Ernte kämpfen müssen

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Zuckerrüben in Deutschland: Warum Bauern um ihre Ernte kämpfen müssen

Deutscher Zuckerrübenanbau unter Druck: Fallende Preise, steigende Kosten und resistente Schädlinge

Der Anbau von Zuckerrüben in Deutschland gerät zunehmend unter Druck: Sinkende Preise, steigende Kosten und hartnäckige Schädlinge setzen die Landwirte zu. Bauern wie Marius Feldmann setzen daher auf neue Pflanzenschutzmethoden, um die Erträge stabil zu halten und die Produktion wirtschaftlich tragfähig zu machen.

Eine vielversprechende Lösung ist Rinpode, ein kürzlich getestetes Herbizid mit einem einzigartigen Wirkmechanismus. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass es gegen Hirsegräser und andere resistente Unkräuter helfen könnte, die die Rübenfelder bedrohen.

Die Anbaufläche für Zuckerrüben in Deutschland schrumpft seit 2020 kontinuierlich. Damals umfasste sie noch rund 43.000 Hektar, doch bis 2025 sank die Fläche auf etwa 38.000 Hektar. Besonders betroffen sind Baden-Württemberg, wo die Anbaufläche um 25 Prozent zurückging, und Niedersachsen mit einem Rückgang von 18 Prozent. Dennoch bleiben diese beiden Regionen zusammen mit Nordrhein-Westfalen die wichtigsten Zuckerrüben-Anbaugebiete des Landes.

Geringere EU-Quoten, höhere Produktionskosten und schwache Zuckerpreise drücken die Gewinne. Krankheiten wie die Verzilwerung (SBR) und die Cercospora-Blattfleckenkrankheit können die Erträge in schweren Fällen um 40 bis 50 Prozent mindern. In Kombination mit resistenten Unkräutern decken manche Ernten kaum noch die Kosten.

Marius Feldmann, Betriebsleiter bei der Metternich-Ratibor-Corvey KG, testet neue Methoden, um seine Erträge zu schützen. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide brachten zwar vorübergende Entlastung, doch langfristige Lösungen sind nötig. Rinpode, ein Herbizid mit einem besonderen molekularen Wirkprinzip, hat in seinen Versuchen überzeugt: Es bekämpfte Hirsegräser und Ausfallraps effektiv, während die Rüben selbst kaum Schäden davontrugen. Zudem ließ es sich laut Feldmann unkompliziert anwenden.

Neben Herbiziden setzen Landwirte auch auf Fungizide und Biostimulanzien, um sowohl Ertrag als auch Zuckergehalt zu sichern. Erste Tests zeigen, dass diese Innovationen im Feld einen echten Unterschied machen könnten. Doch mit drohenden zollfreien Zuckerimporten durch das Mercosur-Abkommen steht die Branche vor weiteren Unsicherheiten. Sollten sich die Marktbedingungen nicht bessern, könnte die Anbaufläche bereits 2026 erneut stark schrumpfen.

Neue Pflanzenschutzmethoden wie Rinpode geben den Rübenbauern zwar Werkzeuge an die Hand, um Unkräuter und Krankheiten zu bekämpfen. Doch bei schrumpfenden Anbauflächen und Preisdruck bleibt die langfristige Zukunft des deutschen Zuckerrübensektors ungewiss. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob diese Innovationen die Wende für die kämpfenden Landwirte bringen können.

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