Zufit Simon rockt mit The Fight Club die Eröffnung des Best OFF Festivals
Hans-Theo KuhlZufit Simon rockt mit The Fight Club die Eröffnung des Best OFF Festivals
Zufit Simon, die für ihren mutigen und innovativen Tanz bekannt ist, eröffnet das Best OFF Festival in Hannover mit ihrem neuesten Werk. Mit The Fight Club setzt die Choreografin ihre über zwei Jahrzehnte umfassende Karriere fort – eine Laufbahn, die von ihrem Weg aus Israel nach Deutschland geprägt ist und ihr eine einzigartige Herangehensweise an Bewegung und Performance verlieh.
Simon wurde für ihr Schaffen vielfach ausgezeichnet, darunter mit einem Preis für ihr Lebenswerk – und das bereits mit 45 Jahren. Doch ihr Weg war auch von Rückschlägen geprägt: von Kürzungen der Fördergelder bis hin zur Schließung eines wichtigen Spielorts, der einst ihre Uraufführungen beherbergte.
Geboren 1980 in Israel, zog Simon vor 25 Jahren nach Deutschland. Schon ihr erstes Solo fleischlos machte Furore und gewann 2005 den dritten Platz als bestes deutsches Tanzsolo bei der euroscene Leipzig. Kritiker lobten die rohe Energie und körperliche Intensität des Stücks – ein Stil, der später zu ihrem Markenzeichen wurde.
Von Anfang an erhielt sie entscheidende Unterstützung von Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig. Das Studio produzierte und förderte ihre frühen Arbeiten und half ihr, einen Namen zu machen. Doch 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Projekte, was finanzielle Hürden schuf.
Trotz dieser Rückschläge blieb Simon ihrer Linie treu und lotete weiter Grenzen aus. Ihr Stück Radical Cheerleading (2024) gewann den Preis des Best OFF Festivals und zeigte einmal mehr ihr Talent, Aggression mit Präzision zu verbinden. Kritiker vergleichen ihre Choreografien mit der molekularen Küche – jede Bewegung auf das Wesentliche reduziert, doch voller explosiver Intensität. Ihr neues Werk The Fight Club geht noch einen Schritt weiter: Es erkundet Kampf und männliche Attitüden und bricht damit bewusst mit traditionellen Tanzformen.
Doch 2024 brachte auch einen herben Verlust: Das LOT Theater, wo viele von Simons Stücken uraufgeführt wurden, musste wegen Insolvenz schließen. Damit verlor die experimentelle Performanceszene in Deutschland eine wichtige Bühne.
Ihre anstehende Premiere beim Best OFF Festival kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Eröffnungsposition unterstreicht ihren Einfluss im freien Theater – trotz anhaltender Herausforderungen bei Förderung und Spielstätten. Mit einem Preis für ihr Lebenswerk in der Tasche prägt Simon weiterhin den zeitgenössischen Tanz: Stück für Stück, konfrontativ und voller Energie.






