Alte Holzöfen verboten – doch NRW setzt die Regeln erst 2026 durch
Bundesweites Verbot alter, umweltschädlicher Holzöfen tritt in Kraft – doch die Umsetzung hinkt hinterher
In diesem Jahr ist ein bundesweites Verbot alter, stark schadstoffemittierender Holzöfen in Kraft getreten. Betroffen sind Öfen, die strenge Grenzwerte überschreiten – eine Maßnahme, die auf ein Bundesgesetz aus dem Jahr 2010 zurückgeht. Doch die Durchsetzung bleibt lückenhaft: In einigen Bundesländern fehlen nach wie vor die rechtlichen Instrumente, um das Verbot umzusetzen.
Die Bundesregierung hatte den schrittweisen Ausstieg bereits 2010 mit der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung eingeleitet. Als Frist für den Austausch nicht konformer Öfen wurde das Jahr 2024 gesetzt. Wer nun weiterhin verbotene Modelle nutzt, muss mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen.
Doch trotz der neuen Regelungen hat Nordrhein-Westfalen (NRW) das Verbot noch nicht umgesetzt. Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) bestätigte, dass es derzeit keine rechtliche Grundlage für die Durchsetzung gebe. Erst ab Januar 2026 sollen Schornsteinfeger eine stärkere Kontrollfunktion übernehmen – bis dahin bleibt die Umsetzung ausgesetzt.
Kritiker warnen, dass die Verzögerung für den kommenden Winter zu spät komme. Zudem könnten Städte mit einer Zunahme illegaler Ofennutzung konfrontiert werden, was den Druck auf lokale Behörden erhöhe. Bundesländer wie Rheinland-Pfalz setzen vergleichbare Regelungen hingegen bereits seit Jahren erfolgreich um.
Feinstaubbelastung durch Wohnungsheizungen – insbesondere durch Holzöfen – bleibt in Deutschland ein großes Problem. Studien zeigen, dass die Emissionen aus privater Holzverbrennung jene des Straßenverkehrs bei Weitem übersteigen. Moderne Öfen stoßen deutlich weniger Feinstaub aus als alte Modelle, doch viele Haushalte nutzen nach wie vor veraltete Geräte.
In Köln kämpft der Aktivist Thomas Mücher seit Langem für saubere Luft – etwa mit seiner Initiative "Luft Köln". Seine Arbeit macht auf die gesundheitlichen Risiken durch Feinstaub aufmerksam und fordert strengere Kontrollen für Holzheizungen.
Ziel des Verbots ist es, schädliche Emissionen aus dem Heizsektor zu reduzieren. Doch die uneinheitliche Umsetzung stellt die Behörden vor Herausforderungen: Während einige Bundesländer die Regeln bereits durchsetzen, bleibt in NRW bis 2026 eine Lücke. Bis dahin drohen Haushalten mit nicht konformen Öfen hohe Strafen – vorausgesetzt, die lokalen Behörden können überhaupt handeln.






