Bergisch Gladbach ringt um Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder
Ariane HolzapfelBergisch Gladbach ringt um Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder
Bergisch Gladbach kämpft mit der Bereitstellung ausreichender Nachmittagsbetreuung für Kinder
Ab dem nächsten Schuljahr haben Erstklässler in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung. Doch die Stadt Bergisch Gladbach steht bereits jetzt vor einem Mangel an Plätzen – viele Kinder erhalten nicht die nötige Unterstützung.
Aktuell sind 185 Kinder in Bergisch Gladbach für die Nachmittagsbetreuung angemeldet, finden aber keinen Platz. Ohne die sogenannte Randstundenbetreuung, die an vier Grundschulen angeboten wird, aber die gesetzlich vorgeschriebenen acht Stunden nicht erfüllt, wäre die Lücke noch größer.
Mehrere Schulen melden Versorgungsengpässe: An der GGS Heidkamp haben sieben Kinder einen gesetzlichen Anspruch, aber keinen Betreuungsplatz, an der KGS Sand sind es vier. Die GGS Paffrath und die KGS Frankenforst verzeichnen jeweils drei unversorgte Kinder, die GGS An der Steinbreche zwei. Insgesamt können 32 Kinder, die einen Betreuungsanspruch haben, aufgrund begrenzter Kapazitäten nicht untergebracht werden.
In Moitzfeld stehen nur 140 Plätze für 240 Schüler zur Verfügung – damit werden gerade einmal 58 Prozent des Bedarfs gedeckt. Im kommenden Jahr werden zudem 13 Erstklässler der GGS Moitzfeld keinen garantierten Platz erhalten. Um die Situation zu entlasten, plant die Stadt, an der GGS Heidkamp eine verlängerte Betreuung einzuführen, wodurch bis zu zehn zusätzliche Plätze entstehen sollen. Eine langfristige Lösung bleibt jedoch nötig, da der bedarfsgerechte Ausbau der Einrichtungen in Moitzfeld frühestens 2027 beginnen soll.
Bis die neue gesetzliche Regelung in Kraft tritt, muss die Stadt die Versorgungslücke schließen. Ohne weitere Maßnahmen werden viele Kinder weiterhin ohne die ihnen zustehende Ganztagsbetreuung bleiben. Die geplanten Erweiterungen könnten für die bereits betroffenen Familien zu spät kommen.
