29 June 2026, 14:13

Brasilien versteigert Öl- und Gasblöcke im Amazonas – trotz Klimazielen und Protesten

Brasilien wegen Klimahypokrisie angeklagt: Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert

Brasilien versteigert Öl- und Gasblöcke im Amazonas – trotz Klimazielen und Protesten

Brasiliens Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe veranstaltete am 17. Juni 2025 eine große Versteigerung fossiler Brennstoffe. Dabei wurden 172 Öl- und Gasblöcke angeboten, von denen sich 68 im brasilianischen Amazonasgebiet befinden. Kritiker verurteilten den Schritt umgehend als Rückschritt für den Klimaschutz.

Bei der Auktion wurden 47 Blöcke an der Mündung des Amazonas angeboten, wovon 19 erfolgreich vergeben wurden. Zusammen umfassen sie 16.312 km² Meeresgebiet. Die multinationalen Konzerne Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras sicherten sich alle 19 Blöcke.

Vor der Vergabe wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung des Sedimentgebiets durchgeführt. Zudem wurde die freie, vorherige und informierte Zustimmung indigener und traditioneller Gemeinschaften ignoriert – ein Verstoß gegen das Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens beantragte daraufhin eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Auktion und begründete dies mit Verfahrensmängeln und unzureichenden Umweltstudien.

Indigene Führer und Umweltschutzorganisationen äußerten scharfe Kritik an der Entscheidung. Häuptling Jonas Mura vom Volk der Mura erklärte, Öl und Gas seien aus gutem Grund im Boden geblieben. Gisela Hurtado von Stand.earth betonte, dass es ohne die Rechte indigener Völker und einen Stopp der Fossilbrennstoff-Förderung keine Klimagerechtigkeit geben könne. Ilan Zugman von 350.org Lateinamerika warf der Regierung vor, an einem veralteten Energiemodell festzuhalten, statt eine gerechte Energiewende voranzutreiben.

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Die Auktion hat breite Kritik ausgelöst, da sie Brasiliens Klimaziele untergräbt. Zudem wirft sie Fragen zur Rolle des Landes als Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP30 auf. Die fehlende Konsultation und Umweltprüfung bleibt ein zentraler Streitpunkt.

Quelle