Bundeswehr-Beschaffung: Scheller prangert "organisierte Verantwortungslosigkeit" an
Olav RuppertBundeswehr-Beschaffung: Scheller prangert "organisierte Verantwortungslosigkeit" an
Kay Scheller, der Präsident des Bundesrechnungshofs, hat die Beschaffungsbehörde der Bundeswehrab für ihre langsamen und übermäßig bürokratischen Abläufe scharf kritisiert. Er bezeichnete das aktuelle System als eine "organisierte Verantwortungslosigkeit", bei der zu viele Entscheidungsbefugte Verzögerungen verursachen, ohne dass klare Verantwortlichkeiten bestehen.
Ursprünglich waren die Beschaffungsstrukturen darauf ausgelegt, Missbrauch von Geldern zu verhindern. Im Laufe der Zeit haben sie sich jedoch durch übermäßige Kontrollen und sich überschneidende Zuständigkeiten verkompliziert. Scheller betonte, dass sich die Anforderungen der Streitkräfte rasant änderten – schnelle Entscheidungen seien daher unverzichtbar.
Wie Berichte der "Welt am Sonntag", "Finanznachrichten" und "Stern" vom Februar 2026 zeigen, sind inzwischen zu viele Akteure in den Prozess eingebunden, die sich gegenseitig absichern, statt Verantwortung zu übernehmen. Dies habe zu einer Kultur geführt, in der Entscheidungen unnötig in die Länge gezogen würden.
Scheller machte deutlich, dass eine Beschleunigung der Beschaffung nicht auf Kosten der Kontrolle oder der Kostendisziplin gehen dürfe. Vielmehr ließe sich durch weniger Komplexität, mehr Entscheidungsbefugnisse für Fachleute und schlankere Genehmigungsverfahren das Verfahren sowohl schneller als auch effizienter gestalten.
Die Kritik unterstreicht die seit Langem bekannten Schwächen im Beschaffungssystem der Bundeswehrab. Schellers Äußerungen deuten darauf hin, dass Reformen nötig sind, um Tempo, Verantwortlichkeit und finanzielle Sorgfalt in Einklang zu bringen. Der Rechnungshof hat das Problem zwar nicht mit konkreten Fehlentwicklungen der Vergangenheit verknüpft, hält systemische Veränderungen aber für unerlässlich.
New Data Reveals Decades-Long Corruption Risks in Bundeswehr Procurement
The Bundesrechnungshof's 2022 audit uncovered systemic corruption vulnerabilities in the Bundeswehr's procurement system. Key findings include:
- Employees held high-risk procurement roles for up to 28 years (later reduced to 8 years).
- 390 staff were not properly reviewed for position rotation requirements.
- These issues predate Scheller's 2026 criticism, with similar problems documented in 2017 audits.






