03 March 2026, 01:56

Flaschenpost nach fast einem Jahrzehnt wiedergefunden – eine uralte Tradition lebt auf

Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.

Flaschenpost nach fast einem Jahrzehnt wiedergefunden – eine uralte Tradition lebt auf

Eine Flaschenpost, die vor fast einem Jahrzehnt auf die Reise geschickt wurde, hat das Interesse an einer uralten Tradition neu entfacht. Im Oktober 2015 warf ein deutsches Paar eine versiegelte Nachricht von einem Kreuzfahrtschiff aus in den Atlantik. Die Praxis selbst reicht Jahrhunderte zurück – Seefahrer, Entdecker und sogar Spione vertrauten einst treibenden Flaschen, um ihre Botschaften über die Wellen zu tragen.

Die Idee, Nachrichten in Flaschen zu verschicken, geht bis in die Antike zurück. Die Griechen und Römer nutzten sie zur Kommunikation, während Christoph Kolumbus seine Entdeckung Amerikas im Jahr 1493 berühmt werden ließ, indem er eine Notiz in ein Fass einschloss und es auf die Reise schickte. Ab dem 16. Jahrhundert übernahmen diese treibenden Briefe eine düstere Rolle – manche enthielten verschlüsselte Spionagebotschaften, und wer sie ohne Erlaubnis öffnete, riskierte sein Leben.

Wissenschaftler entdeckten später das Potenzial dieser Methode. Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut etwa 5.000 Flaschen aus, um Meeresströmungen zu erforschen. Ein noch größeres Projekt der Deutschen Seewarte schickte im gleichen Zeitraum fast 70.000 Flaschen zu Wasser. Doch nur etwa 5.000 – rund 7 Prozent – wurden jemals wiedergefunden, meist an den Küsten der Nordsee in Skandinavien, auf den Britischen Inseln und in Deutschland.

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Die Botschaft aus dem Jahr 2015 stammte von Jörg und Cornelia Wanke, die ihre Flasche von der Star Flyer aus ins Meer warfen, einem viermastigen Kreuzfahrtschiff auf der Route zwischen Madeira und Gran Canaria. Ihre Nachricht reiht sich ein in die lange Tradition treibender Worte – von den Logbüchern der Entdecker bis zu wissenschaftlichen Experimenten –, die alle von denselben unberechenbaren Strömungen getragen wurden.

Die Flasche der Wankes bleibt eine von Tausenden, die über die Jahrhunderte verschickt wurden, doch die meisten verschwinden spurlos. Forscher waren einst auf diese fragilen Behälter angewiesen, um die Ozeane zu kartieren, andere nutzten sie für Geheimnisse oder Überlebensbotschaften. Heute sind solche Funde seltene Erinnerungen daran, wie ein einfaches Glasgefäß Menschen – und Geschichte – über riesige Entfernungen verbinden kann.