23 April 2026, 06:18

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen für den Modekonzern

Schwarze und weiße Geschäftskarte für Jackson & Damper Senfhersteller, gelegen an Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen für den Modekonzern

Der Komiker Joe Lycett hat sich aus Protest gegen den Modekonzern rechtlich in Hugo Boss umbenannt – ein kühner Schachzug gegen den Fashion-Riesen. Die Entscheidung folgt auf eine lange Geschichte der Marke, die mit Abmahnungen gegen kleine Unternehmen wegen der Verwendung des Wortes "BOSS" vorgeht. Am Wochenende sorgte der Namenswechsel für weitreichende Diskussionen und wurde auf Twitter zum Trendthema, während Fans und Kritiker sich dazu äußerten.

Das Modeunternehmen Hugo Boss, 1924 gegründet, steht seit Langem in der Kritik, seine Markenrechte übermäßig aggressiv zu verteidigen. Betroffen waren etwa kleine Betriebe wie die Boss Brewing-Brauerei in Swansea, die nach einer Abmahnung 10.000 Pfund an Anwaltskosten tragen musste. Selbst gemeinnützige Initiativen wie DarkGirlBoss blieben nicht verschont und erhielten rechtliche Drohungen, als sie versuchten, ihren Namen schützen zu lassen.

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Lycetts Namensänderung ist Teil eines größeren Protests gegen die juristischen Methoden des Konzerns. In seiner Verbrauchersendung "Got Your Back" kündigte er an, unter seinem neuen Namen ein Produkt auf den Markt zu bringen – eine spöttische Anspielung auf die harte Gangart des Unternehmens. Der Komiker nutzte die Gelegenheit zudem, um klarzustellen, dass er – anders als der historische Namensgeber – keine Nazi-Uniformen produziert habe: ein dunkles Kapitel der Markengeschichte, als das Unternehmen während der NS-Zeit SS-Uniformen mit Zwangsarbeit herstellte.

Der Modekonzern entschuldigte sich 2011 offiziell für seine Kriegsverbrechen. Heute ist das Unternehmen global tätig, beschäftigt über 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern – doch sein Ruf, kleine Händler gnadenlos zu verfolgen, bleibt umstritten.

Mit seiner Aktion hat Lycett die Debatte um die juristischen Strategien von Hugo Boss neu entfacht. Die Geschichte des Unternehmens – von der NS-Produktion bis zu modernen Markenrechtsstreitigkeiten – steht weiterhin in der Kritik. Derweil zeigt der Namenswechsel des Komikers bereits Wirkung: Die Geschichte verbreitet sich rasant im Netz und darüber hinaus.

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