John Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Horst FischerJohn Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Dirigent John Eliot Gardiner steht wegen Vorwürfen unangemessenen Verhaltens beim Bach-Festival erneut in der Kritik. Der Vorfall reiht sich in frühere Anschuldigungen ein und lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf sein Auftreten. Gardiner hat sich inzwischen in einer öffentlichen Stellungnahme zu den Vorwürfen geäußert.
Bei einem jüngsten Auftritt in Leipzig dirigierte Gardiner das Constellation Ensemble. Am Ende des Konzerts nahm er während des Schlussapplauses von einer Mitarbeiterin eine Schriftrolle entgegen. Anschließend schob er sie dieser unter das Hemd – eine Geste, die seitdem auf Kritik stößt.
Laut Berichten wehrte sich die Mitarbeiterin gegen seine Bewegung. Gardiner erklärte später, er sei über die Reaktion überrascht gewesen und habe die Rolle eigentlich hinter ihrem Halskettchen platzieren wollen. Er bestehe darauf, sein Verhalten nicht als falsch einzustufen.
Der aktuelle Vorfall fügt sich in eine Reihe früherer Kontroversen ein. Gardiner hatte sich bereits für einen angeblichen Backstage-Zwischenfall in Frankreich entschuldigt, bei dem er einem Bassisten eine Ohrfeige gegeben haben soll. Daraufhin verweigerte ihm sein Monteverdi-Chor die weitere Zusammenarbeit. Als Reaktion gründete er das Constellation Ensemble.
Die klassische Musikszene hatte Gardiners früheres Verhalten weitgehend ad acta gelegt. Seine jüngste Rechtfertigung deutet jedoch darauf hin, dass er in seinen letzten Handlungen kein Fehlverhalten sieht. Der Vorfall bleibt sowohl unter Kritikern als auch unter seinen Unterstützern ein Diskussionsthema.
